Döpfner über LSR: „Ich sehe da kein großes Geschäft“

Publishing Springer-Chef Mathias Döpfner hält den Beschluss der Bundesregierung, ein Leistungsschutzrecht für Verlage einzuführen, für die "absolut richtige Entscheidung". Die Zahlungen von Suchmaschinen und Aggregatoren würden aber vermutlich "zunächst eine vernachlässigbare Größenordnung" haben. Döpfner: "Ich sehe da kein großes Geschäft".

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Verlage dürften das Leistungsschutzrecht "wirtschaftlich nicht überschätzen", sagte der Vorstandschef der Axel Springer AG auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am Mittwoch in Berlin. Der Vorteil des geplanten Gesetzes für Verlage liege aber darin, "Rechtssicherheit" zu schaffen. Internet-Unternehmen, die Geld mit Inhalten von Verlagen verdienten, könnten so zur Kasse gebeten werden.

Döpfner glaubt, dass die geplante Regelung Verlage motiviere, weiter in Journalismus zu investieren. Eine "Lex Google" werde das geplante Schutzrecht aus Döpfners Sicht nicht. Schließlich kooperierten alle Verlage auch gut mit Google. Von dem Leistungsschutzrecht angesprochen fühlen dürften sich alle Aggregatoren, "von der Huffington Post bis Zite". 

Hintergrund: Die schwarz-gelbe Koalition hat am Sonntagabend die Eckpunkte eines Leistungsschutzrechts für Verlage beschlossen. In dem Papier heißt es, gewerbliche Anbieter im Netz "sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen".

Gabor Steingart, der Chefredakteur des Handelsblatt, das bekanntlich nicht zum Springer-Reich gehört, dankte Mathias Döpfner am Mittwochmorgen in seinem Email-Newsletter Morning Briefing so: "Eigentlich müssten alle deutschen Verlage ihm (gemeint ist Döpfner, d. Red.) in diesem Jahr einen Extra-Obolus überweisen. Denn Döpfner und sein Team haben fast im Alleingang und gegen allerlei Anfeindungen die neuen Urheberrechtsregeln durchgeboxt, die nun auch Google zum Zahlen verdonnern. Bisher lebte der Internetriese gut davon, die journalistischen Texte anderer Zeitungen und Webseiten kostenlos zu präsentieren. Früher hieß das Diebstahl. Heute nennt man das Transparenzkultur." 

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