Zeiler: Gute Zahlen zum Abschied

Fernsehen Kurz vor seinem Abschied als Chef der RTL Group kann Gerhard Zeiler noch einmal gute Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 vorlegen. Der Umsatz der gesamten Gruppe stieg um 4,2 Prozent auf 5,77 Milliarden Euro. Der Nettogewinn stieg um 14 Prozent auf 696 Millionen. In Deutschland stieg der Umsatz leicht, das Ergebnis (EBITA) fiel um 22 auf 529 Millionen Euro. Ein Wermutstropfen des vergangenen Jahres: Der verlustreiche Griechenland-Ausstieg.

Werbeanzeige

Der Umsatzanstieg der Gruppe, einer Tochter der Bertelsmann AG, geht vor allem auf das starke Geschäft der Produzententochter FremantleMedia (1,43 Milliarden Euro Umsatz) zurück, die ein sehr starkes zweites Halbjahr hinlegte. Vor allem in den USA feiern Shows wie "American Ideol" und "X Factor" große Erfolge. Stark stiegen die Umsätze auch in den Niederlanden (491 Millionen Euro Umsatz). Mit der Ausnahme von den Niederlanden und Belgien waren die Werbeumsätze gegenüber 2010 in Westeuropa konstant. In Süd- und Osteuropa dagegen fielen die Werbeumsätze gegenüber 2010.

Einen Ausblick auf das Jahr 2012 wagt Zeiler nicht – dazu sei das Buchungsverhalten der Werbekunden zu kurzfristig und damit unberechenbar. Aber: Die ersten beiden Monate des Jahres seien keineswegs so schlecht gewesen, wie noch Ende 2011 vorhergesagt. Im Gegenteil scheint der deutsche TV-Werbemarkt sogar im Plus gegenüber dem Vorjahr zu sein.

Zeiler hebt besonders hervor, dass sich die Zuschauer-Marktanteile in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden im vergangenen Jahr verbesserten. So hat sich der Abstand zwischen RTL Deutschland (1,91 Milliarden Euro Umsatz) mit einem Marktanteil von 35 Prozent gegenüber der ProSiebenSat.1 Mediengruppe, die mit ihren Sendern auf 28,9 Prozent kommt, vergrößert. In Frankreich (1,42 Milliarden Euro Umsatz) verkleinerte sich der Abstand zwischen dem RTL-Sender M6 und dem Marktführer TF1.

In Ungarn und Kroatien hat die Gruppe im vergangenen Jahr zugekauft und bildet nun auch dort in RTL-Manier Senderfamilien mit zwei oder mehreren Sendern pro Markt. In Deutschland vergrößert sich die Senderfamilie bekanntermaßen am 1. April, wenn der Satellitenkanal RTL Nitro an den Start geht. Ins Kontor haute dagegen der Totalausstieg in Griechenland.   

Stark wuchsen über die RTL-Märkte hinweg die Abrufe von Online-Videos – um 35 Prozent auf 1,9 Milliarden Abrufe auf RTL-Plattformen und On-Demand-Portalen. Der Werbeumsatz, der über diese Kanäle generiert wurde, stieg um 23 Prozent. Im vergangenen jahr wurden 125 mobile Apps entwickelt, die 38 Millionen Downloads generierten.

Die Folge dieser "Rentabilität auf sehr hohem Niveau" (Zeiler): Die Dividendenzahlung pro Aktie erhöht sich von 5 Euro auf 5,10 Euro. In Luxemburg hat mal jemand nachgerechnet, dass in Zeilers Amtszeit ca. 4,3 Milliarden Euro an Dividenden ausgezahlt wurden. Als der Österreicher Zeiler 2003 seinen Job antrat, lag der Aktienkurs bei knapp 25 Euro, heute liegt er bei rund 76 Euro.

Am 18. April hat Zeiler seinen letzten Arbeitstag, zwei Wochen später fängt er als Chef von Turner Broadcasting Systems International mit Sitz in London an. Kein Auf-, eher ein Umstieg, den er aber offenbar nach neun Jahren an der Spitze der RTL Group von selber gesucht hat. Das Feld für Zeilers Nachfolger Anke Schäferkorft und Guillaume de Posch ist bestellt, das Vertrauen in die Fähigkeiten der TV-Manager ist groß.  

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige