Grosso-Streit mit Bauer: Bundesverband geht in Berufung

Publishing Der Bundesverband Presse-Grosso hat angekündigt, Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Köln einzulegen. Ginge es nach diesem Urteil, stünde das Ende des "zentralen Verhandlungsmandates" des Verbandes bevor. Gegen dieses Mandat hatte die Bauer Media Group geklagt und in erster Instanz Recht bekommen. Der Verlag hält das Grosso-System für überholt und möchte Leistungskriterien zwischen Verlagen und Grossisten mehr Gewicht verleihen.

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"Mit der Berufung wehren wir uns gegen das erstinstanzliche Urteil, das somit nicht rechtskräftig ist", betonte Frank Nolte, 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Presse-Grosso. "Wir nehmen unsere Verantwortung wahr und werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Chancengleichheit im Pressevertrieb für alle Verlage und damit den Wettbewerb im Regal auch in Zukunft zu sichern."

Zum Hintergrund: Bauer siegte im Februar im Februar vor dem Landgericht Köln. Im Rechtsstreit Bauer gegen den Grosso-Verband folgte das Gericht weitgehend der Argumentation des Verlages und untersagte dem Bundesverband, stellvertretend für seine Mitglieder einheitliche Konditionen auszuhandeln. Allerdings wollen BDZV, VDZ und der Bundesverband Presse-Grosso auch weiterhin über Konditionen im Pressevertrieb verhandeln.

Im Fokus der Verhandlungen standen die Großhandelsspannen, die der Bundesverband bislang für seine Mitglieder mit den Verlagen ausgehandelt hatte. Das Gericht untersagte laut dnv-online zudem, dass die Interessensvertretung der Grossisten Pressegroßhändler künftig nicht mehr auffordern darf, Verhandlungen mit den Verlagen oder ihren Vertriebstöchtern über individuelle Konditionen zu verweigern.

Laut dem Bundesverband Presse-Grosso sei die Branche weiterhin davon überzeugt, dass einheitliche Konditionenregelungen medienpolitisch und verfassungsrechtlich erforderlich sowie auch mit dem Kartellrecht vereinbar seien. Man wolle vor dem Berufungsgericht die Chance nutzen, dass das Berufungsgericht die "Einzigartigkeit des Kulturgutes Presse" sowie die damit einhergehenden Besonderheiten des Pressevertriebs angemessener würdigt und in die Entscheidung miteinbezieht.

Unterdessen hat die Bundesregierung bereits vor Monaten angekündigt, das System Presse-Grosso notfalls per Gesetz zu schützen.

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