Gottschalk Live: ARD könnte Stecker ziehen

Fernsehen Die vorerst erfolglose ARD-Vorabendshow "Gottschalk Live" könnte bereits im April Geschichte sein. Zumindest könnte der Senderverbund dann den Stecker ziehen, berichtet der Spiegel. Demnach gebe es ein Ausstiegsrecht für die ARD, wenn die Sendung bis dahin nicht einen durchschnittlichen Marktanteil von zehn Prozent erreiche. In ARD-Intendantenkreisen werde bereits über den "dead man talking" gelästert, kolportiert das Nachrichtenmagazin in seiner aktuellen Ausgabe.

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Bei den ARD-Intendanten schwinde die Hoffnung, dass Gottschalk das Ruder bei der erfolglosen Sendung noch herumreißen könne, weiß der Spiegel zu berichten. Das Magazin bezieht seine Kenntnisse offenbar aus Äußerungen, die am Rande der letzten Intendantentagung gefallen sein sollen. Die Show sei nicht mehr zu retten, befürchten demnach einige Senderchefs.

Von den angepeilten zehn Prozent Marktanteil am Vorabend ist der ehemalige Moderator von "Wetten, dass…?" bisher weit entfernt. Im besten Fall überspringt Gottschalk die 5-Prozent-Hürde. Wenn es an einigen Abenden mal besonders mies läuft, schauen laut Quotenmessung wohl nicht viel mehr als eine Million Zuschauer zu. Und davon zu wenige in der "werberelevanten Zielgruppe" zwischen 14 und 49 Jahren. Das ist wenig, zu wenig für einen teuren Moderatoren-Titan.

Vor wenigen Tagen trat Markus Peichl seinen Job als neuer Redaktionsleiter von "Gottschalk Live" an. Der Mann, der für den Erfolg von Reinhold Beckmanns Talkshow im Ersten verantwortlich ist, und der einst das Zeitgeist-Magazin Tempo als Chefredakteur leitete, soll der offensichtlich so konzeptlosen wie verunsicherten Redaktion auf die Beine helfen.

Die schwachen Quoten haben auch dazu geführt, dass die ARD die Werbepreise senken musste – um zuletzt rund 30 Prozent, schreibt der Focus. Der Senderverbund hatte sich schließlich nicht nur einen Imagegewinn versprochen, als sie Gottschalk holte, sondern auch klingelnde Kassen erhofft. Doch nun liegen die Werbeerlöse deutlich unter den gesetzten Zielen – und in solchen Fällen ist auch bei den Öffentlich-Rechtlichen schnell mal der Ofen aus, wenn die Zahlen nicht stimmen.

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