„Niederlage für Josef Ackermann“

Publishing Für die Süddeutsche Zeitung ist es der Aufmacher der aktuellen Ausgabe: Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat den 800-Millionen-Euro-Vergleich zwischen dem Geldinstitut und den Erben von Leo Kirch abgelehnt. Fast alle Medien beschäftigen sich mit dem Fall. In der SZ spricht Medienexperte und Wirtschafts-Ressortleiter Hans-Jürgen Jakobs von „Ackermanns wertlosen Abschiedsgeschenk“. Das Handelsblatt berichtet allerdings auch, dass den Kirch-Erben die Vergleichssumme eigentlich zu gering gewesen wäre.

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Carsten Knop, FAZ.net
„Die meisten Fachleute rechnen derzeit mit besseren Chancen für die Deutsche Bank. Das mag sein, aber die seit den jüngsten Vergleichsverhandlungen vergangenen zwei Wochen haben jedermann vor Augen geführt, wie kompliziert die Lage für die Bank ist“. Weiter heißt es: „Das haben die Bank und ihr scheidender Vorstandsvorsitzender Josef Ackermann gewusst, bevor sie sich dazu verleiten ließen, abermals über einen Vergleich zu verhandeln. Seine Nachfolger müssen daraus lernen. Sie müssen durchhalten oder professioneller verhandeln.“
Bernd Wittkowski, Börsen-Zeitung.de
„An einer ultimativen, das heißt höchstrichterlichen Klärung dieses beispiellosen Falles besteht ein öffentliches Interesse, auch jenseits der ohnehin nicht per Vergleich aus der Welt zu schaffenden strafrechtlichen Ermittlungen gegen mehrere Deutsche-Bank-Promis wegen angeblicher Falschaussage.“
Hans-Jürgen Jakobs, Süddeutsche.de
„Es hätte ein "Abschiedsgeschenk" Ackermanns werden sollen – so jedenfalls empfand der langjährige Chef seine Aufräumarbeit in Sachen Kirch. Die Tragik ist, dass seine beiden Nachfolger darauf offenbar lieber verzichten. Und dass Josef Ackermann auf den letzten Metern seiner Karriere wie jemand dasteht, dem nichts mehr glückt. Das ist ungerecht – aber manche in der Bank werden es als verdiente Rache begreifen.“ 
Handelsbaltt.com
„Nach Angaben aus Verhandlungskreisen hatte es selbst auf der Kirch-Seite bei einzelnen Beteiligten Vorbehalte gegen den Vergleich gegeben. Im vergangenen Jahr habe man kurz vor der Einigung mit der Deutschen Bank über einen Vergleich in Höhe von 960 Millionen Euro gestanden. Die ausgehandelte Summe von 812 Millionen Euro liege deutlich darunter, wurde argumentiert. Die Kirch-Erben wollten keine großen Abstriche mehr machen. Anfangs waren 3,5 Milliarden Euro gefordert worden.“
Jörg Eigendorf, Welt Online
„Auch wenn nun wieder offen ist, wie teuer der verbale Fehltritt des einstigen Vorstandschefs Rolf Breuer wird, so ist es doch richtig, dass die Deutsche Bank nicht das Füllhorn über die Kirch-Erben und deren Gläubiger ausschüttet. Ein solcher Vergleich muss nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch verhältnismäßig sein. Das scheint hier nicht gegeben. Denn der Kirch-Fall darf nicht isoliert betrachtet werden. Die Bank hat noch so einige Rechtsstreitigkeiten zu lösen. Die 800 Millionen Euro für Kirch hätten es sicher nicht leichter gemacht, die anderen Baustellen zu bereinigen.“

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