BDZV nennt P7S1-Pläne „rechtswidrig“

Publishing Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BVDZ) hat am Freitag die Pläne von ProSiebenSat.1, regionale Werbung über Kabel auszuspielen, als "rechtswidrig" bezeichnet. Laut Verband führe dieses Vorhaben zu "schweren Einbrüchen in den hart umkämpften regionalen Werbemärkten". Die deutschen Privatradiosender haben bereits protestiert - im vergangenen November testete P7S1 gemeinsam mit Kabel Baden-Württemberg das Ausspielen einer regionalen Werbekampagne.

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Regionalzeitungen sowie regionale Hörfunk- und TV-Angebote würden von dem Eingreifen eines nationalen TV-Anbieters in den regionalen Werbemarkt schwer getroffen, heißt es beim BDZV. "Das geht voll in unser Geschäft rein", sagte Hans-Joachim Fuhrmann vom BDZV gegenüber MEEDIA. Nach Ansicht der Zeitungsverleger verstieße die Umsetzung der Pläne gegen geltendes Recht: Bereits 1986 habe das Bundesverfassungsgericht entschieden, "dass regional/lokal ausgespielte Werbung nationaler Fernsehsender den Bestand und die Funktionsfähigkeit der Presse gefährden würde".

Bislang war es für TV-Anbieter aus technischen Gründen gar nicht möglich, ihre Werbung so auseinander zu schalten, dass sie auf verschiedene Regionen abgestimmt ausgestrahlt werden kann. Deshalb gibt es im Rundfunkstaatsvertrag auch keine entsprechende Regelung. Umso wichtiger sei es aus Sicht der Zeitungsverleger, dass der Gesetzgeber jetzt handele, heißt es in Berlin. 
Thomas Ebeling: "Print ist überbewertet"

Anlass für die Stellungnahme war eine Sitzung des erweiterten BDZV-Präsidiums, in der man sich mit dem Thema befasst hatte. Erst kürzlich hatte Thomas Ebeling, der Chef von ProSiebenSat.1, in einem Interview mit Horizont gesagt: "Print ist in Deutschland aus unserer Sicht überbewertet". Beispielsweise regionale Biermarken könnten doch im TV werben, wo sie sonst ihr Werbebudget für Außen-, Radio oder Printwerbung ausgäben.

Die Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk hatte bereits mit ähnlichen Argumenten wie der BDZV gegen die Pläne des TV-Konzerns argumentiert. Anders als bei Streitigkeiten mit öffentlich-rechtlichen Sendern kritisieren Verleger wie Radioanbieter aber in diesem Fall Kollegen aus der Privatwirtschaft. Abgesichert wäre das Vorhaben der P7S1-Gruppe, die seit einiger Zeit aggressiv neue Werbemärkte erschließen will, wenn sie zu der regionalen Werbung entsprechende regionale Programminhalte anböte.

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