P7S1: 1,2 Milliarden Euro weniger Schulden

Fernsehen Versöhnlicher Jahresabschluss nach einer Achterbahnfahrt an der Börse für ProSiebenSat.1: Wie der MDax-Konzern heute mitteilte, setzte sich der Aufwärtstrend bei Umsatz und Gewinn auch 2011 fort. Die Erlöse stiegen um sechs Prozent, der Jahresgewinn immerhin um 12 Prozent. Vor allem die skandinavischen Sender und das Digitalgeschäft überzeugten. Wichtigste Botschaft der Jahresbilanz: Die Schuldenlast wurde durch Verkäufe signifikant um mehr als eine Milliarde Euro gesenkt. Die Dividende soll steigen.

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Es ist so eine Sache mit der Wechselbeziehung zwischen Börse und Wirtschaft: Die Aktienmärkte nehmen gerne etwas vorweg – und können damit schon mal daneben liegen. So diametral entgegen stehen sich der Verlauf der ProSiebenSat.1-Aktie und die heute veröffentlichte Geschäftsbilanz.

Um sage und schreibe 37 Prozent Federn musste der einstige Anlegerliebling im vergangenen Jahr an der deutschen Börse lassen – und das, wie sich nun final bestätigt, in einem Geschäftsjahr, in dem der Münchner Medienkonzern erneut Wachstum verzeichnen konnte.
Und zwar sowohl beim Umsatz als auch Gewinn:  Um immerhin 6 Prozent auf 2,75 Milliarden Euro zogen die Konzernerlöse zwischen Januar und Dezember 2011 an. Das Nettoergebnis konnte sogar um 12,4 Prozent auf 309 Millionen Euro gesteigert werden. Das Ebitda betrug 850 Millionen Euro (plus 7,4 Prozent).

Konzernchef Ebeling zufrieden: "ein weiteres Rekordjahr"

"2011 war ein weiteres Rekordjahr für ProSiebenSat.1. Die gute Umsatzdynamik der ersten drei Quartale haben wir im Schlussquartal beibehalten. Dadurch konnten wir auf Jahressicht unsere Zielmarke beim recurring EBITDA deutlich übertreffen und das Nettoergebnis überproportional steigern", kommentierte Konzernchef Thomas Ebeling die positive Geschäftsentwicklung.
Vor allem die skandinavischen Sender in Norwegen und Dänemark verzeichneten nach eigenen Angaben "hohe Wachstumsraten in einem sehr positiven Konjunkturumfeld". Das Digitalgeschäft legte zweistellig zu.

Geringere Zinsaufwendungen nach Schuldenabbau
Noch wichtiger erscheint unterdessen der Abbau der jahrelang sehr hohen Verbindlichkeiten. Durch den Verkauf  der belgischen und niederländischen TV-Töchter wurden die Schulden um 1,2 Milliarden auf 1,8 Milliarden Euro gesenkt. "Die signifikante Reduktion der Finanzverbindlichkeiten wird künftig zu deutlich geringeren Zinsaufwendungen führen und damit unsere Ertragskraft weiter stärken", kommentierte CFO Axel Salzman.

Das Eigenkapital des MDax-Konzerns stieg zudem um 40 Prozent auf nunmehr 1,441 Milliarden Euro. Entsprechend soll eine höhere Dividende in Aussicht gestellt werden. So will ProSiebenSat.1 nunmehr 1,17 Euro je Vorzugsaktie und 1,15 Euro je Stammaktie an Aktionäre ausschütten. Der Wachstumskurs bei Umsatz und Konzernergebnis soll 2012 zudem beibehalten werden.

Anleger reagierten vorbörslich relativ unbeeindruckt auf die 2011er Geschäftsbilanz und tendiert auf Vortagesniveau bei 19,60 Euro. Die ProSiebensat.1-Aktie liegt seit Januar allerdings auch schon 38 Prozent vorne – und hatte damit die Vorjahresverluste komplett revidiert.

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