Tim Cook: Apple verfolgt keine Hobbys

Wenn es läuft, dann läuft’s: So liest sich Apples Aktienchart dieser Tage. Seit dem 1. Januar haben sich Anteilsscheine um mehr als 100 Dollar verteuert, der Firmenwert ist um fast 100 Milliarden Dollar binnen nur sechs Wochen angeschwollen. Und die große Apple-Rally scheint einfach kein Ende zu kennen: Neue Impulse setzte gestern Apple-CEO Tim Cook auf einer Investorenkonferenz von Goldman Sachs. Seine Botschaft: Die Apple-Kultur lebt, halbe Sachen sind mit dem neuen Vorstand nicht zu machen.

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Wenn es läuft, dann läuft’s: So liest sich Apples Aktienchart dieser Tage. Seit dem 1. Januar haben sich Anteilsscheine um mehr als 100 Dollar verteuert, der Firmenwert ist um fast 100 Milliarden Dollar binnen nur sechs Wochen angeschwollen. Und die große Apple-Rally scheint einfach kein Ende zu kennen: Neue Impulse setzte gestern Apple-CEO Tim Cook auf einer Investorenkonferenz von Goldman Sachs. Seine Botschaft: Die Apple-Kultur lebt, halbe Sachen sind mit dem neuen Vorstand nicht zu machen.

Der Einstand hätte schwieriger kaum sein können: Kaum hatte der mehrfache Interims-CEO Tim Cook unbefristet die Führung beim wertvollsten Technologiekonzern der Welt übernommen, verstarb Visionär und Gründer Steve Jobs. Die Präsentation des iPhone 4S, dem mit Abstand wichtigsten Produkt des Unternehmens, wurde tags zuvor als Enttäuschung aufgenommen und Cook als uncharismatisch kritisiert. Zwei Wochen später der nächste Nackenschlag mit einer raren Ergebnisverfehlung bei Bekanntgabe der Quartalszahlen.

Doch das ist Geschichte. Apple  ist furios in der neue Jahr gestartet – einem formidablen Weihnachtsgeschäft sei Dank. Nach einem relativ verhaltenen Kursverlauf im vergangenen Jahr zieht die Apple-Aktie 2012 an, als gäbe es kein Morgen. 25 Prozent liegen die Papiere des wertvollsten Konzerns der Welt seit Januar schon vorne – das entspricht einem Wertzuwachs von fast 100 Milliarden Dollar Börsenwert bzw. mehr als 100 Dollar je Aktie.

Cook verteidigt das Erbe von Steve Jobs

Einen neuen Schub bekam die Apple-Aktie gegen Ende des gestrigen Handelsverlaufs als CEO Tim Cook auf der turnusmäßigen Technologie-Investmentkonferenz von Goldman Sachs in San Francisco sprach. Seine Botschaft war klar und deutlich: Der 51-Jährige ist gewillt, das Erbe von Steve Jobs bei Apple mit aller Macht zu verteidigen.

"Man kann Apple nicht nachahmen", erklärte Cook Analysten. "Apple besitzt eine einzigartige Unternehmenskultur. Ich werde nicht zulassen oder zusehen, wie sie sich langsam auflöst. Ich glaube sehr fest an sie." Cook erklärte auch sehr deutlich, was das Erfolgsgeheimnis von Apple ausmache: "Steve Jobs hat uns eingetrichtert,  dass sich ein Unternehmen um großartige Produkte drehen muss und wir extrem fokussiert arbeiten müssen."   
Apple TV ein "sehr cooles", aber Nischenprodukt

Die Botschaft ist klar: Weniger ist mehr. Aber das Wenige muss exzellent und einzigartig sein: "Wir sollten uns nur in Märkte bewegen, in denen wir einen bedeutenden Beitrag zur Gesellschaft leisten können." Was etwas hochtrabend klingt, bedeutet in Börsensprech übersetzt: In Wachstumsmärkte wagen. 

Wenige Sätze später machte Cook auch eine viel beachtete Bemerkung über einen solchen möglichen Markt, in dem Apple bisher nur einen sehr verhaltenen Vorstoß gewagt hat – die Fernsehindustrie. Die Set-Top-Box Apple TV sei "ein sehr cooles Produkt", das im vergangenen Jahr drei Millionen Mal verkauft wurde. Aber der Geschäftsbereich in der bisherigen Form werde nie die Relevanz der iPhone-, iPad- oder Mac-Sparte erreichen. Deswegen sei Apple TV "ein Hobby", wie es Steve Jobs einst genannt hatte. 

TV-Markt: "Es gibt etwas da draußen" 

Aber – und nun kommt die eigentliche Botschaft für Apple-Fans und –Aktionäre: "Apple verfolgt grundsätzlich keine Hobbys", erklärte Cook. Apple TV wurde gestartet, weil der wertvollste Technologiekonzern der Welt glaubt: "es gibt etwas da draußen. Aber wir brauchen noch etwas für den Massenmarkt."  

Die Spekulationen, ob Apple dieses "etwas" in der Zwischenzeit gefunden hat, dürften nach der Goldman Sachs-Konferenz neue Nahrung bekommen – schließlich kann damit nichts anderes als der viel erwartete Apple-Fernseher gemeint sein. Das glaubt etwa das Branchenportal Business Insider: "Der Kernsatz ‚Apple verfolgt keine Hobbys‘ deutet sehr darauf hin, dass Apple nun Ernst macht", folgert der Business Insider.  

Cook legt Mission Statement dar

Anleger sahen das ähnlich und schickten die Apple-Aktie im späten Handel weitere fünf Dollar nach oben und bewilligten im nachbörslichen Handel, als die Investorenkonferenz noch lief, abermals zwei Dollar auf neue Allzeithochs bei 511 Dollar.

Was Apple als Unternehmen und vor allem Tim Cook als CEO weiter antreibt, machte der Jobs-Nachfolger in einem ungewohnten Einblick in seinen Arbeitsalltag deutlich: "Unsere Mitarbeiter wollen bei uns die bestmögliche Arbeit leisten. Es gibt keinen besseren Antrieb dafür, als wenn wir Menschen sehen, die ihre iPhones  oder iPads benutzen. Es zaubert ein Lächeln auf unser Gesicht. Es gibt keinen Ersatz für solche Momente." 

"Wir sind fokussiert auf die Zukunft. Wir sitzen nicht herum und denken, wie großartig die Vergangenheit war. Diese Einstellung ist mir wichtig. Das sind die Dinge, die uns antreiben. Es ist ein Privileg, Teil davon zu sein." Es klingt wie Cooks persönliches Mission Statement mit dem gemessenen Abstand von vier Monaten nach dem Tod des mythisch verehrten Gründers.

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