Singles sind bei Facebook am aktivsten

Publishing Immer wieder äußern sich deutsche Facebook-Nutzer besorgt über das weltgrößte soziale Netzwerk. Nach einer repräsentativen Umfrage der Welt am Sonntag ängstigt sich fast jeder zweite Deutsche vor Facebook. Vor allem unter Älteren und weniger Gebildeten ist die Facebook-Angst verbreitet. Die fleißigsten Facebook-Nutzer sind der Umfrage zufolge - wenig überraschend - Singles. Die nutzen das Netzwerk als Kontaktbörse und Kommunikationstool.

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Da ist es wieder: das Unbehangen in der deutschen Kultur. Es ist schon ist eine seltsame Form der Neurose, die sich durch die deutsche Befindlichkeiten zieht wie ein roter Faden. Im Grunde, so scheint es, stiefeln die Bundesbürger mit einer regelrechten Lebensangst durch den Alltag. Kinder bekommen? Oh je, obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen besser und der Wohlstand sind ist als in Resteuropa, bekommt niemand in der Eurozone – prozentual betrachtet – weniger Kinder als wir.

Ein Einzelfall? Nichts da! Das Unbehagen vor den Unwägbarkeiten des Lebens geht weiter. Vermögensverwalter raufen sich regelmäßig die Haare, wenn es um das Sparverhalten der Deutschen geht: Obwohl das Kapital so groß ist, dass es zusammengenommen die Schulden der gesamten Eurozone tilgen könnte, legen die Bundesbürger ihr Erspartes so miserabel verzinst an wie kaum eine andere Nation – Angst frisst Rendite auf.

German Angst: Fast jedem zweiten Deutschen bereitet Facebook Unbehagen
Und auch im Internet treibt die "German Angst" immer wieder ihre Blüten, wie längst über die regionalen Grenzen bekannt. "The German Paradoxon" nennt der US-Internetexperte Jeff Jarvis den seltsamen Gegensatz zwischen gemischten Saunas und verpixelten Google-Streetviews-Aufnahmen. Hilfe, das böse WWW schon wieder!

Die große deutsche Lebensangst vor dem gefährlichen Internet findet ihre Auswüchse natürlich auch beim immer populäreren sozialen Netzwerk Facebook, das inzwischen mehr als jeder vierte Bundesbürger nutzt. Fast die Hälfte indes mit echten Muffensausen und einem flauen Gefühl in der Magengegend.

Facebook-Angst größer, je geringer der Bildungsgrad

Das bestätigt eine neue Umfrage der "Welt am Sonntag", die mit dem Marktforschungsinstitut Gfk durchgeführt wurde. 42,6 Prozent der Befragten erklärten "Gegen Facebook habe ich Bedenken. Facebook macht mir eher Angst".

Überraschenderweise unterscheidet sich die Facebook-Angst nach Bildungsgrad. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger mit einem niedrigen Schulabschluss (Hauptschulabschluss) ängstigen sich vor dem acht Jahre alten Internet-Unternehmen.

Facebook – ein Ort für Singles
 
"Ich war überrascht, dass Menschen mit höherer Bildung weniger Angst vor Facebook haben als Menschen mit geringerem Schulabschluss", erklärte Alexander Kolb von der Gfk. "Da hatte ich eigentlich erwartet, dass die kritische Haltung zunimmt." Das war vor allem bei Senioren der Fall: 60,4 Prozent der über 70-Jährigen äußerten ihre Skepsis gegenüber Facebook.

Das Nutzerverhalten fiel bei der Welt-Studie unterdessen ziemlich vorhersehbar aus: 71,2 der Verheirateten sind auf Facebook nicht aktiv. Beim Single-Status dreht sich die Aktivität um: "Ledige Menschen nutzen Facebook am häufigsten", erklärt der Gfk-Researcher Kolb: "Sie haben vermutlich mehr Zeit und sind eher auf Kontakte aus." Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war dafür einst das beste Vorbild: Er programmierte die damalige Studenten-Community just in der Nacht, als er verlassen wurde.

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