Comeback: Microsofts stiller Höhenflug

Totgesagte leben länger: Seit fast einem Jahrzehnt wird über den möglichen Niedergang des lange Zeit wertvollsten Technologiekonzerns der Welt spekuliert – doch er will nicht eintreten. Zwar hat Microsoft gegen Apple längst das Nachsehen, doch an der Wall Street erlebt der IT-Pionier in diesen Tagen ein ungeahntes Comeback: Stolze 20 Prozent liegt Microsoft nach nur sieben Wochen des neuen Börsenjahres vorne. Der Grund: Analysten sehen den Redmonder Softwareriesen vor einer Neubewertung.

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Totgesagte leben länger: Seit fast einem Jahrzehnt wird über den möglichen Niedergang des lange Zeit wertvollsten Technologiekonzerns der Welt spekuliert – doch er will nicht eintreten. Zwar hat Microsoft gegen Apple längst das Nachsehen, doch an der Wall Street erlebt der IT-Pionier in diesen Tagen ein ungeahntes Comeback: Stolze 20 Prozent liegt Microsoft nach nur sieben Wochen des neuen Börsenjahres vorne. Der Grund: Analysten sehen den Redmonder Softwareriesen vor einer Neubewertung.  

Es ist die Rallye hinter der Rallye: Fast 100 Dollar hat die Apple-Aktie seit Jahresbeginn zugelegt – und die Börsenwelt damit in den vergangenen Wochen in Atem gehalten. Von einem parabolischen Kurssprung war die Rede – bei einem Plus von 24 Prozent seit Anfang Januar.

Gerade drei Prozent darunter notiert ein alter Bekannter, der in der Berichterstattung vom neuen Börsenhype indes kaum Beachtung findet – Microsoft. Bei 31,50 Dollar wurde das Dow Jones-Mitglied Ende vergangener Woche auf dem höchsten Stand seit vier Jahren gehandelt.

Office-Sparte inzwischen wichtiger als Windows
Dabei waren die Abgesänge längst geschrieben: CEO Steve Ballmer, der seit 2000 die Geschicke des damals wertvollsten Konzerns der Welt leitet, habe die großen Technik-und Internet-Trends des vergangenen Jahrzehnts verpasst – den Smartphone- und Tablet-Markt und die Internetsuche. Immer wieder für Spott sorgen die beständigen dreistelligen Quartalsverluste bei den Internetaktivitäten.
 
Doch das Kerngeschäft floriert: 6,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete der Softwareriese im abgelaufenen Quartal – so viel wie nach Apple kein anderes Technologieunternehmen. Besonders erwähnenswert: Microsoft ist nicht mehr nur das Windows-Unternehmen.

Kommt Office endlich als App aufs iPad?

Zwar erlöst Microsoft weiter Milliarden durch sein Standard-Software-Angebot – doch seit vergangenem Geschäftsjahr ist der Haupttreiber der Gewinne die Office-Sparte. Die Gewinnrückgänge durch Windows, das von Kostenlos-Angeboten wie Google Docs attackiert wird, werden somit kompensiert.

Zusätzlicher Treiber: Microsoft hat sein Office-Angebot nach Berichten von "The Daily" gerade in Apples App Store eingereicht – die Office-Software wäre nach fast zwei Jahren damit auch endlich auf dem boomenden iPad erhältlich.

S&P-Indexanpassung zugunsten von Microsoft?

Und der Klassiker unter den Textverarbeitungsprogrammen ist durchaus noch mal für einen Umsatzssprung gut – den erwarten Analysten nämlich im kommenden Jahr, wenn Windows 8 auf den Markt kommt. Gleichzeitig steht mit Office 15 im Bereich der Business Software ein Upgrade an. Die Allianz mit Nokia auf dem Smartphone-Markt sorgt für zusätzliche Kursfantasie.

Und auch noch andere Kurstreiber beflügeln die Aktie: So dürfte Microsoft bald vor einer Index-Anpassung stehen, mutmaßte Morgan Stanley-Analyst Adam Holt vergangene Woche. Der Grund: Nach den zahlreichen Verkäufen von Bill Gates dürfte der Anteil von Altaktionären bald unter die 10 Prozent-Grenze fallen. In anderen Worten: Das Papier ist dann besser diversifiziert, was im S&P-Index zu einer stärkeren Gewichtung führt. Die Aktie legte daraufhin um fast 5 Prozent zu. 

2012 könnte nach den zuletzt so positiven Impulsen zum erfolgreichsten Börsenjahr des letzten Jahrzehnts werden. Der Weg zum alten Gipfel ist allerdings noch sehr weit: Microsoft-Aktien kosteten einmal knapp 60 Dollar – fast das Doppelte vom heutigen Kursniveau.

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