Bundesligarechte: Sky-Aktie vor dem Endspiel

Der wilde Ritt geht weiter: Um stolze 75 Prozent schoss die Sky-Aktie in den ersten fünf Wochen des Jahres empor, als der Münchner Pay-TV-Sender erfreuliche Quartalszahlen und die frohe Botschaft verkünden konnte, dass Großaktionär Rupert Murdoch frisches Geld nachschießt. Außerdem knackte man endlich die 3-Millionen-Kundenmarke. Doch seitdem geht es an der Börse bergab: Das Bietergefecht um die Bundesligarechte lässt Analysten und Anleger gleichermaßen zittern.

Werbeanzeige

Der wilde Ritt geht weiter: Um stolze 75 Prozent schoss die Sky-Aktie in den ersten fünf Wochen des Jahres empor, als der Münchner Pay-TV-Sender erfreuliche Quartalszahlen und die frohe Botschaft verkünden konnte, dass Großaktionär Rupert Murdoch frisches Geld nachschießt. Außerdem knackte man endlich die 3-Millionen-Kundenmarke. Doch seitdem geht es an der Börse bergab: Das Bietergefecht um die Bundesligarechte lässt Analysten und Anleger gleichermaßen zittern.
Die heiße Phase in der Fußball-Saison beginnt: Nur noch 12 Spieltage in der Bundesliga, während in der Champions League das Achtelfinale ansteht. Keine Frage: Es geht in den kommenden Wochen um alles. Der FC Bayern scheint schon wieder vor einer titellosen Saison zu stehen – die hiesigen Kamerateams von Sky fangen die Krisenstimmung Spieltag für Spieltag minutiös ein.

Dabei scheint das Münchner Medienhaus durchaus mit der Lage vertraut: Während die Bundesliga auf die Zielgerade einbiegt, geht es auch für Sky um alles. Am 2. April, rund einen Monat vor Ende der laufenden Saison, soll eine Entscheidung über die Vergabe der TV-Rechte der Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 durch die DFL Deutsche Fußball Liga bekannt gegeben werden. Kommt Sky nicht wie erwartet zum Zuge, droht dem MDax-Konzern ein ganz empfindliches Kaufargument seines Pay-TV-Angebots wegzufallen.

Bundesligarechte: Kampf um alles oder nichts
Und die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Vor allem die Deutsche Telekom hat sich mit ihrem deutlich günstigeren Angebot "Liga Total" (ab 14,95 Euro) als echter Rivale positioniert, der aktuell zwar nur 150.000 Abonnenten aufweist, Sky durch die Finanzkraft des Mutterkonzerns jedoch empfindlich schwächen kann. Das gilt auch für das Interesse des britischen Telekommunikationsunternehmens Vodafone, das sein Interesse überraschend Anfang des Jahres bekundet hatte.

Tatsächlich erscheint die Bundesliga-Übertragung für das Sky-Programm – trotz des umfassenden Spielfilm-, Formel 1- und Tennis-Angebots – als überlebensnotwendig. Analysten zeigten sich in ihren jüngsten Einschätzungen entsprechend besorgt, dass Sky dazu verdammt sei, um jeden Preis mitzubieten, was den Schuldenabbau und das Breakeven-Ziel 2013 erschwere.

Analysten senken den Daumen
So stufte Christopher Johnen von HSBC den MDax-Konzern erst Ende vergangener Woche auf "untergewichten" zurück. Das Kursziel wurde nur noch auf 1,60 Euro taxiert – fast 40 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Auch die Wall-Street-Ikone Goldman Sachs äußerte sich zuletzt zunehmend skeptisch: Analyst Richard Jones nahm das Kursziel auf 2 Euro zurück. Merrill-Lynch-Analyst Simon Greenwill nahm die Sky-Aktie zudem zuletzt von seiner "Europe 1"-Empfehlungsliste für Medienaktien.

Zuletzt belastete die Aktie des MDax-Konzerns zudem eine Kapitalerhöhung. Stattliche 156 Millionen Euro hatten die Münchner vor zehn Tagen für die Ausgabe 71 Millionen neuer Aktien zum Bezugspreis von 2,20 Euro eingenommen – die Hälfte des Kapitals kam allerdings von Mehrheitsaktionär Rupert Murdoch selbst. Im Herbst wird der Medientycoon nochmals nachlegen: weitere 144 Millionen Euro sollen insgesamt abermals erlöst werden.

Sullivan bringt Telekom-Kooperation ins Gespräch
Angesichts des kostspieligen Bundesliga-Pokers braucht Sky jede Million, die es auf dem Kapitalmarkt erstehen kann. Aktuell überweisen die Münchner durchschnittlich 250 Millionen Euro pro Jahr für die TV-Rechte der Bundesliga an die DFL. Die Analysten von JP Morgan rechnen damit, dass die Kosten für die kommenden Spielzeiten auf 310 Millionen Euro explodieren könnten.

Um das sich abzeichnende Bietergefecht mit der Telekom, die für die Übertragung via VDSL (T-Home) bislang nur 25 Millionen Euro für die Rechte hinblättert, einzudämmen, zeigt sich Sky-Chef Brian Sullivan höchst gesprächsbereit.

Sullivan bietet dem Dax-Konzern die Vermarktung der eigenen Inhalte an: "Gemeinsam mit Sky können sie alle unsere Inhalte vermarkten, und wir reden hier nicht nur über die Bundesliga. Sie bieten es ihren Kunden an und teilen sich mit uns die Einnahmen. Das ist ein verdammt gutes Geschäftsmodell für sie", bringt der Sky-Chef neue Erlösmodelle ins Spiel. Die Telekom hat sich zu der Offerte bislang noch nicht geäußert.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige