Börsengang: Patzt Facebook im 1. Quartal?

Der IPO von Facebook ist noch mindestens zwei Monate entfernt, doch der Gegenwind wird bereits spürbar schärfer. Die angestrebte Bewertung ist derart ambitioniert, dass sich das weltgrößte soziale Netzwerk auch nicht den Hauch eines Kratzers in der Bilanz erlauben darf. Den könnte es jedoch bald geben, wenn man den jüngsten Gerüchten glauben darf: So ist aus gut informierten Kreisen zu hören, Facebook könnte die Umsatz-Erwartungen im laufenden ersten Quartal verfehlen. Ein Marktforscher erwartet zudem 2013 und 2014 eine spürbare Umsatzverlangsamung.

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Der IPO von Facebook ist noch mindestens zwei Monate entfernt, doch der Gegenwind wird bereits spürbar schärfer. Die angestrebte Bewertung ist derart ambitioniert, dass sich das weltgrößte soziale Netzwerk auch nicht den Hauch eines Kratzers in der Bilanz erlauben darf. Den könnte es jedoch bald geben, wenn man den jüngsten Gerüchten glauben darf: So ist aus gut informierten Kreisen zu hören, Facebook könnte die Umsatz-Erwartungen im laufenden ersten Quartal verfehlen. Ein Marktforscher erwartet zudem 2013 und 2014 eine spürbare Umsatzverlangsamung.

Das Warten geht weiter. Knapp einen Monat ist es her, dass Facebook seinen Antrag auf Börsenzulassung stellte. Mit dabei im S-1 Filing: Die Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr, die bei einigen Analysten und Branchenexperten für Stirnrunzeln angesichts der extrem ambitionierten Bewertung sorgte. 

"Facebook ist nicht so viel wert wie einige Leute noch vor einer Woche dachten", so das vernichtende Urteil des früheren Merrill-Lynch-Staranalysten Henry Blodget, der heute das Technologieportal Business Insider betreibt. Blodget taxiert den Wert des Börsenkandidaten nicht auf 100 Milliarden Dollar, wie das Social Network sich im Idealfall selbst sieht, sondern eher auf 50 bis 60 Milliarden Dollar auf Basis der letztjährigen Umsätze und auf 55 bis 80 Milliarden Dollar auf Basis der diesjährigen Schätzungen.

"Es sieht ganz offensichtlich nicht gut für Facebook aus"
Und dann müsste schon alles glatt laufen. Danach sieht es aber nicht unbedingt aus, wenn man Branchenexperten Glauben schenken darf. Im Gegenteil: Der Marktforscher PrivCo, der auf die Analyse privat geführter Unternehmen spezialisiert ist, geht sogar davon aus, dass Facebook im laufenden Quartal hinter den Markterwartungen herhinkt.

"Wir können bestätigen, dass es unternehmensnahe Quellen gibt, nach denen Facebook aktuell hinter Umsatz-Erwartungen im ersten Quartal liegt", so CEO Sam Hamadeh gegenüber dem Gründerportal VentureBeat. "Es sieht ganz offensichtlich nicht gut für Facebook aus", so sein Urteil.
Hiobsbotschaft: Starke Werbeumsatz-Verlangsamung in 2013 und 2014 erwartet
Damit sind die kritischen Töne jedoch längst noch nicht zu Ende. So sieht das Research-Unternehmen eMarketer in Zukunft eine deutliche Umsatzverlangsamung voraus. Zwar würden die Werbe-Erlöse in diesem Jahr noch deutlich um 60 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar anziehen.

Doch dann sei Schluss mit den üppigen Wachstumsphasen: Für 2013 sieht eMarketer nur noch ein Umsatzplus von 33 Prozent auf 6,72 Milliarden, 2014 verlangsame sich die Erlösdynamik gar auf 13,7 Prozent auf 7,64 Milliarden Dollar. Noch unangenehmer: Im Bereich der Display-Werbung – Facebooks Haupteinnahmequelle – werde die Internetsuchmaschine Google das weltgrößte soziale Netzwerk 2013 nach Umsätzen sogar überholen, prognostiziert eMarketer.

"Ersten ernsthaften Rücksetzer erhalten"
"Facebook hat am Wochenende die ersten ernsthaften Rücksetzer auf seinem Feldzug in Richtung einer 100 Milliarden Dollar-Bewertung erhalten", gibt die australische Ausgabe des Technologie-Managementportals CIO dann auch zu bedenken. "Wenn man schon Schätzungen verfehlt, ist das Quartal vor dem Börsengang eher ein schlechter Zeitpunkt dafür."

Facebook selber wird sich zu den Gerüchten nicht äußern. Als Börsenkandidat unterliegt das acht Jahre alte Internet-Unternehmen aktuell einer mehrmonatigen Schweigepflicht (Quiet Period).

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