Hohn und Spott für das DENIC-Project

Publishing Ein Image-Film der Domain-Registrierungsstelle Denic im pseudo-dokumentarischen “Blair Witch Project”-Stil sorgt für Hohn und Spott im Web. In dem knapp fünfminütigen Streifen sitzt ein Pärchen bei Rotwein und Kerzenschein auf dem Sofa und schaut sich crazy Interviews zur Registrierung von .de-Domains an. Dabei unterhält sich das Paar in grauenhafter Synchronisation und mit gekünstelter Begeisterung. Bei der Video-Plattform Veoh ist der Film unter der Kategorie “Horror” einsortiert.

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Dieser PR-Schuss ging gewaltig nach hinten los. Der Film beginnt mit Wackelkamera und einem Interview-Ausschnitt mit Hans-Joachim Otto, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, der die Denic dafür preist, dass die “das alles wunderbar managt”. Gemeint ist das Internet. Darauf sagt sie Dame in überdick aufgetragener Synchronisation und Knallchargen-Schauspielkunst: “Das ist ja interessant. Hast du schonmal was von dieser Denic gehört?” Darauf dröhnt der Mann, dessen Stimme verdächtig nach dem HR-Moderator und Ultra-Bariton Frank Seidel klingt: “Na, dann schaun wir dochmal danach, worum es gerade geht…”
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Es folgen weitere Gaga-Dialoge des Denic-Pärchen (“Ah, mach mal lauter, da geht’s jetzt um die Denic…”). Und schon lehnen sich die beiden bei einem Glas Rotwein und Kerzenschein ins cremefarben Sofa, um Christian Müller von der Strato AG, zuzuhören, der da doch schon wieder was “total Spannendes” zur DENIC zu erzählen hat. Besonders interessant ist der pseudo-dokumentarische “Blair Witch Project”-Style, in dem das Video gedreht wurde. Reißschwenks und abgehackter Ton vermitteln den Eindruck von erfrischender Stümperei.

Die unfreiwillige Komik des Filmchens entfaltet sich vor allem, wenn man das Pärchen von hinten sieht und die verwackelten Denic-Interviews in Briefmarkengröße in den Fernseher der beiden dilettantisch hineinkopiert wurden. So erfahren wir noch, dass die Denic ganz, ganz doll viel Technik hat und damit dafür sorgt, dass “uns Onkel Robert gerade mal ‘ne Mail aus Australien schicken kann”, wie uns die Bassbariton-Stimme auf dem Sofa belehrt.

Die Lästereien der Nutzer lassen da nicht lange auf sich warten. Der erste Kommentar bei YouTube lautet: “Geil. Ich hab Porn gesehen, der besser gedubt war.” Die Denic dürfte zwar für ihr Filmchen einen hohen Verbreitungsgrad im Netz erreichen. Aber nur als Lachnummer.

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