Deutsche Bank: Kirch-Vergleich vor Aus

Publishing Der vom scheidenden Vorstandschef Josef Ackermann ausgehandelte 800 Millionen Euro-Vergleich der Deutschen Bank mit den Kirch-Erben steht vor dem Scheitern. Laut Medienberichten hat sich der Vorstand der Bank gegen die Zahlung ausgesprochen. Ein nun bekannt gewordenes Gutachten aus einem anderen Gerichtsverfahren besagt danach, dass der Kirch-Konzern schon vor dem umstrittenen Interview mit dem ehemaligen Deutsche-Bank-Chef Rolf E. Breuer überschuldet war.

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"Es steht fest, dass die Bank keinen Vergleich über einen Betrag von 800 Mio. Euro mit Kirch abschließen wird", zitiert die Financial Times Deutschland einen Insider aus Bankkreisen. Eine klare Mehrheit des Vorstands der Deutschen Bank habe sich am vergangenen Donnerstag gegen diesen Kompromissvorschlag gestellt.
Der Bank-Vorstand befürchtet offenbar, dass eine Vergleichszahlung Klagen von Aktionäre nach sich ziehen könnten. Angeblich könnte man sich aber eventuell auf einen deutlich niedrigeren Betrag einigen. Die Führung der Bank erwägt außerdem, die Aktionäre auf der Hauptversammlung über einen möglichen Vergleich abstimmen zu lassen.
Mitte Februar war bekannt geworden, dass sich die Kirch-Erben und die Deutsche Bank auf Zahlung von 800 Millionen Euro geeinigt hatten, um den seit zehn Jahren laufenden Gerichtsstreit beizulegen. Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Rolf E. Breuer hatte damals die Kreditwürdigkeit des Medienunternehmers Leo Kirch öffentlich angezweifelt. Nachdem Kirchs Unternehmen insolvent ging, machte Kirch Breuer für die Pleite verantwortlich.
Ein Gutachten des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers kommt nun aber zu dem Schluss, dass die Kirch-Mediengruppe zum Zeitpunkt des umstrittenen Breuer-Interviews bereits überschuldet war, meldet Spiegel Online. Das Gutachten war im Auftrag des Oberlandesgerichts München zu einem anderen Gerichtsverfahren, dass sich mit der Insolvenz der Kirch-Gruppe beschäftigt, eingeholt worden.

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