Bartl geht unter die Medienunternehmer

Fernsehen Nun ist es offiziell: Andreas Bartl, Vorstand TV Deutschland, verlässt die ProSiebenSat.1 Media AG. Das teilte der Konzern am Donnerstag mit. Der Schritt, so heißt es, erfolge "auf eigenen Wunsch" zum 1. März 2012. Der 49-Jährige werde sich "als Medienunternehmer selbstständig zu machen". Sein neues Unternehmen wird Bartl Media heißen und sich der Entwicklung von neuen Fernsehsendern, TV-Formaten sowie künstlerischen Talenten widmen. In dieser Funktion soll Bartl auch P7S1 beraten.

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Über den bevorstehenden Abgang hatten zahlreiche Medien, darunter auch MEEDIA, vorab ausführlich berichtet. Offenbar stimmte seit längerem die Chemie zwischen Programmvorstand Bartl und dem Vorstandschef Thomas Ebeling nicht mehr. Dieser sei, wie zu hören ist, insbesondere mit der Entwicklung bei Sat.1 äußerst unzufrieden gewesen. Der Sender war im Januar mit nur 9,9 Prozent Marktanteil auf einen Tiefststand gefallen. Den Vorstandsbereich von Andreas Bartl übernimmt nun kommissarisch Thomas Ebeling, obwohl er gar nicht vom Fernsehfach ist. Vorsitzender der Geschäftsführung der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH wird kommissarisch ProSieben-Geschäftsführer Jürgen Hörner.
Trotz des zuletzt angespannten Verhältnisses tauschten die Beteiligten via Unternehmensmitteilung etliche Nettigkeiten aus – man hat Bartl bzw. dem Sender schließlich viel zu verdanken und will ja auch in Zukunft zusammenarbeiten. Hier die Statements in voller Länge:
Andreas Bartl: "Nach 20 spannenden Jahren bei ProSiebenSat.1 möchte ich mich neuen Herausforderungen als Medienunternehmer stellen und mir damit einen langgehegten Wunsch erfüllen. Ich bin dem Konzern sehr dankbar für die Möglichkeiten, die sich mir auf diesem langen und spannenden Weg geboten haben. Es war eine tolle Zeit, in der ich mit vielen großartigen Fernsehmachern und Künstlern zusammenarbeiten konnte. Ohne sie und mein Team wären all die Erfolge nicht möglich gewesen. Ich danke euch! Bedanken möchte ich mich auch beim Aufsichtsrat, bei Thomas Ebeling und meinen anderen Vorstandskollegen für die hervorragende Unterstützung in den letzten Jahren. Ich wünsche dem Konzern viel Erfolg und werde ihm freundschaftlich verbunden bleiben."
Thomas Ebeling: "Andreas Bartl hat ProSiebenSat.1 geprägt wie kaum ein anderer. Seine Karriere bei uns kann man fast klassisch nennen. Er kam aus dem ‚Maschinenraum‘, wie er selbst gern sagt, und hat auf dieser soliden Basis immer mehr Managementerfahrung gewonnen, bis er schließlich Deutschlands größte integrierte Senderfamilie geführt hat. Dass er jetzt, nach 20 erfolgreichen Jahren im Konzern, den Weg in die Selbständigkeit wählt, kann ich ihm nicht verdenken. Er wird auch hier durch seine Kreativität, sein besonnenes Urteil und seine tiefe Menschenkenntnis Erfolg haben. Ich persönlich verdanke ihm drei Jahre voll interessanter Gespräche und wichtiger Einsichten. Es freut mich sehr, dass Andreas uns weiter begleiten wird."
Götz Mäuser, Aufsichtsratschef: "Im Namen des gesamten Aufsichtsrats möchte ich mich bei Andreas Bartl für sein Engagement und seine Empathie bedanken. Durch seine innovative Kraft wurden eine Vielzahl von sehr erfolgreichen Formaten im deutschen Fernsehen etabliert, die heutzutage nicht mehr wegzudenken sind. Andreas Bartl hat der gesamten Sendergruppe immer wieder entscheidende Impulse gegeben, das TV-Programm den sich ändernden Sehgewohnheiten und -bedürfnissen der Zuschauer anzupassen und weiter zu entwickeln. Ich bin froh, mit Andreas Bartl auch künftig einen starken und profunden Kenner der Medien-Industrie als Berater an der Seite von ProSiebenSat.1 zu wissen, und wünsche ihm im Namen meiner Aufsichtsratskollegen jeden erdenklichen Erfolg für sein Unternehmertum."

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