Closer: Bauer startet neues Wochenmagazin

Publishing "Nah, näher, Closer" - das ist der Claim einer aufwändigen TV-Kampagne, mit der die Bauer Media Group den Start seines neuesten Women's Weekly begleitet. Closer ist international alles andere als ein No Name, sondern mit seinen Ausgaben in England und Frankreich bereits Europas größtes People-Magazin. Das Blattkonzept ist ebenso einfach wie an deutschen Kiosken unique: Closer kommt mit nur drei Rubriken aus und setzt ausschließlich auf deutsche Stars. Startauflage: stattliche 400.000 Exemplare.

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Die Absicht, mit der von der britischen Bauer-Tochter Emap 2002 in Großbritannien gelaunchten Zeitschrift auf dem wie man meinen könnte bereits rappelvollen deutschen Peoplemarkt einen weiteren Titel zu etablieren, wirkt auf den ersten Blick kühn. Doch bei Bauer ist man von den Chancen nachhaltig überzeugt. Deshalb verzichtet der Verlag sogar auf den bei Neueinführungen sonst üblichen Schnupperpreis von 1 Euro und bietet das bereits am Mittwoch erstmals erhältliche Heft gleich für reguläre 1,60 Euro an.

Das erst Cover der neuen Closer
Die erste Ausgabe ist ein Magazin, das sich schnell blättern lässt, das aber auch Lesestoff im Angebot hat. Das Layout ist enggestrickt, wirkt dabei sauber und übersichtlich, das Papier ist wertig, das Cover in Lack-Optik bietet sieben Themenanrisse, die Leserinnen zwischen 20 und 49 Jahren auf die folgenden 83 Seiten neugierig machen sollen. Auffälligster Unterschied zu den gängigen People-Titeln ist der totale Verzicht auf Hollywood-Stars und die üblichen internationalen Musikgrößen. Und der EVT: Cover wird jeweils mittwochs und damit einen Tag früher als die anderen People-Hefte wie Bunte, Gala, In Touch, In oder OK! im Handel erhältlich sein.
Chefredakteur ist Tom Junkersdorf, der beim Newcomer-Magazin ein 22-köpfiges Redaktionsteam versammelt hat. "Mit Closer bieten wir People-Journalismus der nächsten Generation. Wir stillen die Sehnsucht nach Stars und Helden aus dem Boulevard-TV, die Woche für Woche Millionen Menschen bewegen", sagt er. "Closer ist optisch und inhaltlich modernstes Entertainment und grenzt sich damit klar vom Wettbewerb ab."
Junkersdorf betont zudem, dass eigene Recherche im Vordergrund stehe. Dafür hat der 43-Jährige bevorzugt tageszeitungsaffine Kräfte in seinem Team versammelt. Deren Aufgabe beschreibt der Verlag so: "Die Redaktion blickt hinter die Kulissen und die wahren Gefühle hinter den Schlagzeilen." Auch zwei Fernseh-Promis hat Bauer bei Closer als Ratgeber ins Boot geholt: Einrichtungs-Profi Tine Wittler und TV-Richter Alexander Hold. Beide sollen den umfangreichen Service-Teil, der fast die Hälfte des Heftes ausmacht, zusätzlich aufwerten. Hier setzt der Verlag auch auf Synergien und lässt die erfahrenen Pool-Redaktionen Themen in den Bereichen Food, Mode / Beauty oder Wohnen / Deko auf Closer zugeschnittene Themen wochenaktuell zuliefern.
"Star News", "Real Life" und "Lifestyle" lauten die redaktionellen Säulen, auf denen Closer aufbaut. Im ersten Teil finden sich in erster Line bekannte Fernsehgesichter wie Rach und Bohlen, Hunziker und Klum, Barbara Becker und Sylvie van der Vaart, der die erste Titelstory ("So kämpfe ich um meine Familie") gewidmet ist. Erster Eindruck: Anders als andere junge People-Magazine ist Closer eine Spur sanfter und verständiger im Umgang mit den Promis – gewiss auch verbunden mit dem Wunsch, dass diese Klientel es auf Sicht mit Exklusiv-News und -Storys zurückgibt.
Ganz anders und auch härter geht es im "Real Life"-Ressort zur Sache: Dort lauten die Headlines der Erstausgabe "Ich liebte einen Frauenmörder", "Wieso ersticht diese Arzt-Gattin ihren Liebhaber?" oder "Ich bin 43 und bekomme ein Baby von einem 16-Jährigen". Nicht alles taufrische News, aber Themen, mit denen die Redaktion auch auf dem Titel Verkaufsanreize setzen will. Diese Mischung aus People-Glanz und Schicksalsgeschichten findet man im Segment (allerdings für eine wesentlich ältere Leserschaft) in ähnlicher Form nur bei der Bunten.
Im dritten Abschnitt schließlich bietet Closer die volle Service-Packung in einer Fülle, die den Konkurrenzvergleich keineswegs zu scheuen braucht und eine runde Abmischung zwischen Unterhaltung und Ratgeber im Angebot hat. Und mit Blick auf die Zielgruppe ist es konsequent, dass Closer zum Launch auch mit einer Facebook-Seite an den Start geht – Keimzelle einer "Closer-Community", die Bauer etablieren will und die sich im Magazin auch an solchen Fragen abarbeiten kann: "Wer ist süßer: Tier oder Baby?"
"Ziel ist es, die starke Rolle der Bauer Media Group im Peoplemarkt weiter auszubauen. Dabei wird die Neuentwicklung Closer eine tragende Rolle spielen", so Verena Paschen, Verlagsleiterin Closer. Und: „Mit einem weiteren uniquen Heftkonzept neben InTouch und Life&Style werden wir unsere Positionierung noch weiter verbessern."
Mit diesem Konzept ist Closer in England mit einer EV-Verkaufsauflage von knapp 450.000 Exemplaren Nr. 2 hinter dem Billigheimer New, in Frankreich (Launch dort war 2005) bereits mit 382.000 Heften im Einzelverkauf sogar Marktführer im People-Bereich. Die Marktforschung unter deutschen Potenzial-Zielgruppen hat offenbar enorm hohe Zustimmung zum Konzept gebracht. Zugleich zeigen die Marktanalysen, dass Bunte, Gala und OK! in den vergangenen Jahren im harten Verkauf hohe Rückgänge verbuchen mussten. Klambts junges People-Magazin In hingegen, von der Ausrichtung Closer unter den etablierten Titeln vielleicht am ähnlichsten, konnte in den letzten Jahren zulegen, ebenso Bauers In Touch.
Dennoch zielt Closer nicht auf Verdrängung, sondern soll neue Käuferinnen finden. Zu den Alleinstellungsmerkmalen zählt auch die Farbe von Closer, ein Magenta-Ton der stets Hintergrund des Logos sein wird. "People ist jetzt pink", so Junkersdorf selbstbewusst. Mit dem neuen Magazin und dem im Ausland erprobten Konzept, so glaubt man bei Bauer, ist man dem Erfolg "pretty close".

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