P7S1: Andreas Bartl steht vor Abgang

Fernsehen Andreas Bartl, Fernsehvorstand der ProSiebenSat.1 Media AG, wird seinen Posten vermutlich schon in wenigen Tagen räumen. Dies berichtete die Süddeutsche Zeitung am Samstag. Die Meldung, so erfuhr MEEDIA, stimmt wohl: Thomas Ebeling, der kickboxende Vorstandschef des TV-Konzerns, ist offenbar sehr unzufrieden mit der Performance des Senders Sat.1. Dessen Chef ist seit Herbst zwar Joachim Kosack. Aber Ebeling, der nun vermutlich selber TV-Vorstand wird, habe sich von Bartl entfremdet.

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Ebeling, der den Konzern im März 2009 übernahm, kam als Branchenfremder zur Gruppe, hatte zuvor u.a. für Pepsi und Novartis in leitenden Management-Positionen gearbeitet. Er ist ein Marketing- und Produktmann mit einem ausgeprägten Kämpfergen. Er pushte die Gewinne der hochverschuldeten Sendergruppe, die mehrheitlich den Finanzinvestoren KKR und Permira gehört, in den vergangenen beiden Jahren nach oben.

Bartl, der als Redakteur seine Karriere bei ProSiebenSat.1 begann, als sich das Unternehmen noch Kirch-Gruppe nannte, ist ein ganz anderer Typ als Ebeling. Er vermeidet die Konfrontation, wenn es geht, legt Wert auf Teamarbeit und ist im Herzen ein echter Filmfan. Bevor er in den Vorstand des TV-Konzerns in München aufstieg, war Bartl u.a. Chef von Kabel1 und ProSieben. Auf diesen Posten hatte er sich für die höheren Aufgaben empfohlen. Er wird der Sendergruppe vermutlich als Berater erhalten bleiben, vielleicht wechselt er auch ins Produzentenfach.

Bartl ist auch noch Vorsitzender der Geschäftsführung der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH. Wer diesen Posten künftig übernimmt, ist unklar. Die SZ spekuliert auf ProSieben-Chef Jürgen Hörner. Wie zu hören ist, soll eine wichtige Rolle in diesem Gremium künftig auch Zeljko Karajica spielen, der zum 1. März als Chief Operating Officer der TV Deutschland antritt und der Geschäftsführer von Sport1 war.

Sat.1 wird als Folge der personellen Umbauten vermutlich seine Positionierung wechseln. Der Marktanteil des Senders rutschte im Januar in der werberelevanten Zielgruppe unter zehn Prozent. Bartl hatte versucht, mit aus besseren Tagen bekannten Sendermarken und –gesichtern zu punkten, darunter Harald Schmidt und Johannes B. Kerner. Eine Option könnte nun sein, Sat.1 noch stärker als Sender für Frauen zu positionieren. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Sender künftig vermutlich keinen Fußball mehr zeigen wird. 

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