Studie: Verlage zögern vor Android-Apps

Publishing Die Relevanz des Betriebssystems Android steigt rasant, und doch sind die deutschen Verlage noch "relativ zurückhaltend", was die Umsetzung von Apps und Kiosk-Apps für Android-Geräte angeht. Zu diesem Urteil kommt die Studie "I am Robot" der Hamburger Beratungsfirma Bulletproof Media. Fast völlig unberücksichtigt in der E-Publishing-Strategie deutscher Verlage blieben die browserbasierten Online-Angebote, kritisiert Bulletproof-Chef Christian Hoffmeister. Die Amerikaner seien schon weiter.

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Die Studie (hier geht´s zur kostenpflichtigen Bestellung) lässt durchaus erkennen, dass die Umsetzungsquote von digitalen Anwendungen in Verlagen hoch ist. Aber ca. 250 journalistisch getriebenen Tablet-Anwendungen für Apples iPad stünden 51 Anwendungen für Android-Geräte (Smartphones und Tablets) gegenüber. Und die seien, zumindest nach Urteil der Verfasser der Studie, "user-unfreundlich". Auf bestimmten Android-Geräten seien manche Apps zudem gar nicht zu finden, was am Beispiel der Bild-App durchexerziert wird.

Bei Smartphone-Betriebssystemen ist Android der Marktführer vor Symbian (Nokia) und iOS (Apple), bei Tablets hat Apple die Markthoheit weiter, wird aber in den kommenden Jahren Anteile an Apple abgeben müssen.

Die Studie rät – auch, weil das für Verlage einfache Apple-System nicht mit dem Android-Prinzip zu vergleichen sei – zu einer Kehrtwende. Verlage müssten demnach "einheitliche Produkt-Angebote" schaffen, in Form von Universal-Apps oder Web-Apps. Statt sich in der Produktvielfalt der Geräte und Systeme zu verheddern, seien "One-Client-Strategien" entscheidend, in denen der Kunde im Mittelpunkt stehe. In Deutschland verfolge diesen Ansatz am konsequentesten der Spiegel-Verlag. "Alle Verlage", so die Verfasser, befänden sich noch "in einer Findungs- und Testphase".

Ein Fragezeichen setzt die Studie hinter die Feststellung, dass in den meisten Strategien die browserbasierten Angebote ausgeblendet würden. Mit Ausnahme des Hamburger Abendblatts könnten alle angebotenen Bezahl-Apps durch die weiter kostenlosen browserbasierten Angebote ersetzt werden. US-Angebote wie das Wall Street Journal oder die New York Times zeigten vorbildhaft, wie eine ganzheitliche Digitalstrategie aussehen könnte. Eine "Harmonisierung" der Angebote sei nun auch hierzulande dringend angezeigt.

"I am Robot" gewährt auch einen Einblick in die Welt der Digital-Kioske, zu denen in Deutschland etwa Pubbles, PagePlace, iKiosk, und der Online-Kiosk gehören. Diese Angebote hätten in den vergangenen Monaten an Relevanz gewonnen. Vor allem Zeitschriftentitel würden teilweise als PDFs oder multimedial erweiterte Angebote in diese Kioske zum Kauf eingestellt – alternative eigenständige Apps aber nicht mehr entwickelt. Doch kaum ein Titel setzte exklusiv auf einen einzigen dieser Kioske, die sich zudem alle noch in der Testphase befänden. Die Bulletproof-Berater glauben, dass mit der zu erwarteten Popularität des Amazon-Tablet Fire auch der Kindle Shop für Kiosk-Angebote eine größere Rolle als bisher spielen werde – und sogar zu einem "herausragenden Player" werden könne. Bisher werden in dem Shop kaum mehr als eine Handvoll elektronische Zeitungen und Zeitschriften angeboten. 

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