The Sun sieht sich als Opfer einer „Hexenjagd“

Publishing Am Wochenende wurden fünf Journalisten des Boulevardblatts The Sun wegen Verdacht auf Beamtenbestechung festgenommen. Jetzt wehrt sich die Zeitung: So empört sich der stellvertretende Sun-Chefredakteur Trevor Kavanagh in einem Radiointerview über die Jagt, die auf sein Blatt gemacht wird. Dadurch sei Großbritannien im internationalen Index der Pressefreiheit auf Platz 28 gerutscht. Kavanagh gibt zu, dass man für manche Geschichten Geld bezahle.

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"Die Journalisten der Sun werden wie Mitglieder einer Verbrecherorganisation behandelt", zitiert die taz Trevor Kavanagh. "Sie wurden Opfer der größten Polizeioperation in der britischen Kriminalgeschichte, größer sogar als die Aktion nach der Bombe in der PanAm-Maschine über Lockerbie. In anderen Zeiten würde das zu einem Aufschrei im Parlament und unter Bürgerrechtsorganisationen führen."
In einem Interview mit dem Sender BBC 5 wetterte Kavanagh gegen die Ermittlungen gegen sein Blatt: "Die Hexenjagd hat uns in Sachen Pressefreiheit hinter die Ex-Sowjetstaaten zurückfallen lassen." Die Untersuchungen seien viel ausführlicher, als die, die gegen die Banken geführt würden, welche das Land an den Rand des Bankrotts geführt hätten, schreibt der stellvertretende Chefredakteur auf thesun.co.uk.
Der Guardian hingegen sieht die Ermittlungen gegen das Konkurrenz-Blatt als legitim und schreibt in seinem Leitartikel: "Die Verhaftungen basierten auf Informationen, die Murdochs Unternehmen selbst herausgerückt hat. Erst vorigen Monat hat man zugegeben, gelogen, die Polizeiarbeit behindert, Telefone angezapft und Beweismittel zerstört zu haben. Es ist rechtlich und moralisch notwendig, der Sache auf den Grund zu gehen. Am Ende sollte eine bessere Presse daraus entstehen."

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