Hidden Chronicles – der neue Zeit-Killer

Publishing Social Games wie FarmVille oder CityVille haben via Facebook ein Millionenpublikum erreicht. Vor kurzem haben die FarmVille-Macher der US-Firma Zynga ihren neuesten Spiele-Streich bei Facebook gestartet: Hidden Chronicles. Das neue Spiel kombiniert die Erfolgsfaktoren von FarmVille und Co. mit neuen Spielelementen und zählt innerhalb kürzester Zeit zu den am schnellsten wachsenden Apps bei Facebook.  Mit Hidden Chronicles sollen auch bisherige Nicht-Spieler angesprochen werden.

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Neu bei Hidden Chronicles sind vor allem zwei Dinge: Erstens gibt es nun eine Art Rahmenhandlung, die die Spieler bei der Stange halten soll. Onkel Geoffrey ist unter mysteriösen Umständen gestorben und hat dem Spieler eine rätselhafte Botschaft hinterlassen. Die Aufgabe ist es nun, das Geheimnis um den Tod des Onkels und sein weitläufiges Anwesen Ramsey Manor zu lüften. Dabei bekommt der Spieler immer wieder Hinweise von ehemaligen Angestellten des Onkels, man kann die Gegend rund um das Herrenhaus erkunden und geheimnisvolle Artefakte finden. Der "Da-Vinci-Code" lässt schön grüßen.

Der Kern des Spiels besteht aus so genannten Wimmelbildern. Das sind grafisch schön gezeichnete Szenen, in denen in einem Zeitlimit Gegenstände gefunden werden müssen. Dafür gibt es Punkte, Geld und Energie. Mit dem Geld im Spiel kann man das Anwesen erweitern, die Gegend weiter erkunden und somit neue Spielszenen oder Gegenstände freischalten.

Wie alle Social Games setzt Hidden Chronicles stark auf die Interaktion mit Facebook-Freunden. So kann man sich in Duellen mit Freunden messen, wer in einer bestimmten Szene am schnellsten die Objekte findet. Man kann sich gegenseitig bei Aufgaben helfen, Gegenstände oder Geschenke schicken. Dieser Aspekt des Spiels war es, der schon FarmVille und Co. so beliebt gemacht hat.

Hidden Chronicles geht nun einen Schritt weiter. Die Macher bei Zynga haben hier das noch relativ junge Genre der Wimmelbild-Spiele mit dem FarmVille-Prinzip kombiniert und noch eine Mystery-Geschichte drumherum gestrickt. Hidden Chronicles ist dadurch komplexer als die bisherigen Zynga-Spiele und spricht durch die detaillierte Gestaltung auch Leute an, die mit der Niedlich-Optik von FarmVille und Co. bisher nichts anfangen konnten.

Innerhalb von nur einer Woche konnte Hidden Chronicles so über eine Million neue Spieler gewinnen. Das Spiel ist völlig gewaltfrei und wohl wegen des kooperativen Charakters auch bei Frauen beliebt. Laut einer Studie, die in der Zeit jüngst zitiert wurde, sind die Spieler von Social Games ohnehin zu 70% weiblich.

Wie schon bei FarmVille und Co. kommt man auch bei Hidden Chronicles sehr viel schneller voran, wenn man sich für echtes Geld virtuelles Spielgeld dazu kauft. Sobald man einmal in dem Spiel drin ist, wird der Reiz, schnell mit ein paar Euros weiterzukommen immer größer – vor allem wenn man sieht, wie die Facebook-Freunde ihre Anwesen schon mächtig ausgebaut und mit allerlei Verzierungen versehen haben.

Mit den kleinen Spielchen für zwischendurch ist Zynga zu einem Giganten der Online-Welt geworden – mit über 1.300 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz von 850 Mio. US-Dollar in 2010. Ende vergangenen Jahres ging Zynga an die Börse und erlöste beim Börsengang rund eine Milliarde Dollar.

Facebook hat die Zynga-Spiele groß gemacht aber Zynga ist auch enorm wichtig für Facebook. Das Social Network zwingt Anbieter von Spiele-Apps seit einiger Zeit, ihre virtuellen Währungen in Facebook-Credits umzurechnen und berechnet dafür bis zu 30 % Provision. Der Economist hat ausgerechnet, dass allein Zynga-Spiele auf diese Weise rund 12 Prozent des Gesamt-Umsatzes von Facebook ausmachen. Um unabhängiger von dem sozialen Netzwerk zu werden, baut Zynga darum eine eigene Online-Spieleplattform namens Zynga Direct auf.

Hinter dem netten Zeitvertreib mit den bunten Bildchen bei Hidden Chronicles, FarmVille und CityVille stecken also handfeste Geschäftsinteressen.

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