Studie: Twitter macht süchtiger als Alkohol

Publishing Internetjunkies unter sich: Eine Studie der Universität von Chicago kommt zu der Erkenntnis, dass Menschen Drogen wie Alkohol und Nikotin besser widerstehen können als dem Drang, sich kurz bei Twitter oder Facebook einzuloggen. Was nach der Wiederholung bekannter Studien zum Thema Computersucht klingt, fördert neue Erkenntnisse zu Tage. Sogar den Sexualtrieb konnten die Probanden besser unterdrücken. Darüber hinaus bekommt die Problematik in Zeiten steigender Mobilnutzung neue Relevanz.

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Widerstand ist zwecklos: Offenbar können Menschen in einer Zeit, in der die mobile Internetnutzung rapide ansteigt, immer schlechter auf das Abrufen von Mails oder das Checken von Inhalten auf Facebook, Twitter und Co. verzichten. Ein Forscherteam der Universität von Chicago hat zu diesem Zweck 205 Probanden zwischen 18 und 85 im Raum Würzburg eine Woche lang untersucht.

Laut Aussage der Studienleiter, die der Guardian zitiert, konnten die getesteten Personen leichter dem Drang widerstehen, eine Zigarette zu rauchen, Alkohol zu trinken oder Geschlechtsverkehr zu haben. Große Überwindung hingegen kostete der Verzicht, “digitalen” Verpflichtungen nachzugehen. Dazu zählt in erster Linie der Medienkonsum, unter anderem von Social Media.

Als Grund dafür sehen die Experten die extrem hohe Verfügbarkeit. Dies dürfte nicht zuletzt auch an dem rapiden Anstieg der mobilen Internetnutzung liegen. Laut der aktuellen Studie “Connected Europe”, die Téléfonica Germany und der Statistikdienstleister Comcore auf der DLD 2012 in München vorstellen, dass alleine das Shopping über mobile Endgeräte im Vergleich zum Vorjahr um 112 Prozent zugenommen hat.  Laut einer Forsa-Umfrage zum “Safer Internet Day” am 7. Februar 2012 besitzt ein Drittel der 30- bis 44-Jährigen und gut jeder Fünfte der 45- bis 54-Jährigen ein internetfähiges Smartphone.

Die Hürde, dieser Sucht nachzugehen, sei also entsprechend gering, so die Erkenntis der Suchtstudie. Um das Verlangen der Probanden zu messen, kontaktierten die Forscher umd Wilhelm Hofmann sie über sieben Tage lang über einen Zeitraum von 14 Stunden sieben Mal am Tag, um zu erfahren, welche Bedürfnisse sie in den vergangenen 30 Minuten verspürt haben. Sie erhielten 10.558 Antworten, von denen 7.827 eindeutiges Verlangen signalisierten.

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