Kachelmann erobert Meteomedia zurück

Fernsehen Jörg Kachelmann war nie nur Moderator, sondern vor allem immer auch Wetter-Unternehmer. Mit Meteomedia baute er frühzeitig den ersten Konkurrenten des Deutschen Wetterdienstes auf. Zu den Kunden gehört auch die ARD. Während des Prozesses um den Meteorologen versuchte aber der Meteomedia-Aktionär Frank-Bernhard Werner die Kontrolle über den Konzern zu gewinnen. Spätestens seit dem gestrigen Montag ist klar: der Versuch misslang. Kachelmann ist wieder uneingeschränkter Herr im eigenen Haus.

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Möglich wurde die endgültige Verschiebung der Machtverhältnisse zugunsten des Schweizers mit der Gründung Meteomedia Europa AG. Die neue Firma mit Sitz in Appenzell (Schweiz) bündelt alle bisherigen Meteomedia-Töchter. Laut Mitteilung sind als Gesellschafter neben Jörg Kachelmann, der über eine Kontrollmehrheit verfügt, „maßgeblich“ private Investoren aus Südostasien beteiligt. Vertreten werden diese vom Rechtsanwalt Martin Kurer.

Weiter heißt es in der Mitteilung, dass eine „allseits befriedigende Lösung für alle an der Jörg Kachelmann Produktions AG, der bisherigen Holding der Meteomedia Gruppe, beteiligten Aktionäre“ gefunden wurde. Direkte Folge: Alle rechtliche Auseinandersetzungen mit bisherigen Aktionären wurden beigelegt.

Der Streit mit Werner, der 38 Prozent an der Produktions AG hält und Verleger der Finanzblätter Euro und Euro am Sonntag ist, schwelt bereits seit dem Sommer 2010. Während Kachelmann in Mannheim in Untersuchungshaft saß, soll Investor Werner versucht haben den Wettermoderator, der selbst mit 49 Prozent an der Dachgesellschaft beteiligt ist, aus dem Unternehmen zu drängen.  

Zeitgleich mit dem Ende der juristischen Auseinandersetzungen gibt Kachelmann Vollgas beim Erschließen neuer Märkte. So gründete der Schweizer die Meteomedia International Ltd. Hong Kong, die sich um die Unternehmungen der Wetter-Gruppe in Asien kümmern soll. Wichtigstes Projekt dort ist „1000 Weather Stations for the Philippines“. Von Manila aus sollen auf allen Inseln der Philippinen Wetterstationen aufgebaut werden. Die neuen asiatischen Aktivitäten sollen in Europa jedoch keine Arbeitsplätze vernichten. Zur Zeit arbeiten in Europa, den USA und Kanada rund 100 Mitarbeiter für Meteomedia.

„Unsere Pilotstation registriert das Wetter seit vergangenem Juli auf der Resort-Insel Pamalican – für uns ist es spannend, uns auch um das Wetter in den Tropen kümmern zu dürfen, und wir sind dankbar, den Schritt nach Asien über ein so dynamisches Land wie die Philippinen gemacht zu haben“, so Jörg Kachelmann. Der Meteorologe will den Aufbau des Messnetzes immer wieder vor Ort selbst unterstützen.

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