Facebook: Nur 5 Mrd. durch Börsengang?

Der Countdown läuft: Heute wird Facebook die Details zu seinem mit großer Spannung erwarteten Börsengang bekanntgeben. Wie der Kapitalmarkt-Dienst IFR berichtet, könnte das vermeintlich größte IPO des Jahrzehnts überraschenderweise doch noch gehörig zusammenschrumpfen: Nicht mehr wie kolportiert zehn, sondern nur noch fünf Milliarden Dollar will das weltgrößte Social Network bei seinem Gang an die Wall Street offenbar erlösen. Der Börsenwert soll trotzdem bis zu 100 Milliarden Dollar betragen.

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Der Countdown läuft: Heute wird Facebook die Details zu seinem mit großer Spannung erwarteten Börsengang bekanntgeben. Wie der Kapitalmarkt-Dienst IFR berichtet, könnte das vermeintlich größte IPO des Jahrzehnts überraschenderweise doch noch gehörig zusammenschrumpfen: Nicht mehr wie kolportiert zehn, sondern nur noch fünf Milliarden Dollar will das weltgrößte Social Network bei seinem Gang an die Wall Street offenbar erlösen, will IFR erfahren haben. Der Börsenwert soll trotzdem bis zu 100 Milliarden Dollar betragen.  

Nur noch wenige Stunden bis zum ganz großen Showdown: Wie das Wall Street Journal bereits Freitag berichtet hatte, will Facebook heute den Antrag auf Börsenzulassung stellen. Eine Überraschung könnte es dabei jedoch geben: nämlich die Höhe der Einnahmen, die das IPO in die Kassen des weltgrößten Social Networks spülen soll.

Bislang war im Vorfeld über ein Emissionsvolumen von 10 Milliarden Dollar spekuliert worden. Bei einer kolportierten Maximalbewertung von 100 Milliarden Dollar entspräche das einer Veräußerung von zehn Prozent des Unternehmens an Aktionäre. Nun jedoch berichtet die renommierte Kapitalmarktpublikation International Financing Review, Facebook strebe nur eine Aktienemission in Volumen von fünf Milliarden Dollar an.

Warum verzichtet Facebook auf Milliarden?

In anderen Worten: Facebook bringt damit nur fünf bis sieben Prozent des Unternehmens an den Kapitalmarkt. Warum macht Facebook das: Warum verzichtet das acht Jahre Internet-Unternehmen freiwillig auf bis fünf Milliarden Dollar in Barmitteln – eine Aussicht, die die meisten Unternehmen überhaupt erst dazu bringt, den Weg an die Börse zu suchen?

Die Antwort könnte beim Kooperationspartner Zynga liegen, dessen Börsengang für Facebook und die konsortialführenden Banken als abschreckendes Beispiel gedient haben könnte. Der Anbieter von Social Games ging im Dezember bekanntlich für eine Bewertung von zehn Milliarden Dollar an die Börse und erlöste dabei immerhin eine stolze Milliarde Dollar – es war das größte Internet-IPO seit Google.

Mahnendes Beispiel Zynga-IPO

Doch die folgenden sechs Wochen verliefen alles anderes als glücklich für Investoren. Die Zynga-Aktie hielt sich gerade ein paar Stunden über Ausgabekurs und sackte dann beständig ab. Erst im Wochenverlauf konnte das Papier erstmals seit dem Börsendebüt wieder den Ausgabekurs erreichen.

Einen solchen Emissions-Flop kann sich Facebook auf gar keinen Fall erlauben. Entsprechend könnte sich das weltgrößte soziale Netzwerk eines Tricks bedienen, der schon bei LinkedIn vor einem Jahr funktioniert hat: Das Angebot so zu verknappen, dass die Aktien-Nachfrage noch dramatischer ausfällt. 

Vorbild LinkedIn: Kleiner Aktienanteil führt zu großer Nachfrage

"LinkedIn spielt das Splitter-Spiel", erklärte CNBC-Moderator James Cramer, der es als  früherer Hedgefondsmanager wissen muss, seinerzeit die Kursexplosion des Business-Netzwerks beim Börsengangs. Cramers Vorwurf: LinkedIn hat seine Angebot an ausgegebenen Aktien künstlich verknappt, um eine entsprechend große Nachfrage zu erzeugen – eine im Dot.com-Hype von 1999 gängige Praxis.

"Ich kann nicht glauben, dass sie dasselbe Spiel wieder spielen", ereiferte sich Cramer. Die Praxis funktionierte: Der Ausgabepreis der Papiere wurde vor der Emission mehrfach angehoben – und die Aktien verdoppelten sich trotzdem am ersten Handelstag.

Angebots-Verknappung: Bedient sich Facebook des Banker-Tricks?

Spielt Facebook nun ebenfalls das Splitter-Spiel? Das reduzierte Emissionsvolumen deutet ganz daraufhin. "Der Deal funktioniert, wenn praktisch jeder draußen bleiben muss, wenn es schwer ist an Aktien zu kommen. Wie bei LinkedIn", erklärt Cramer. "Es ist sehr leicht, einen großen Kurssprung zu provozieren, wenn man die Banker die Aktienanzahl stark reduzieren."

Danach sieht nun ganz aus. Tatsächlich könnte Facebook am Ende aber doch noch weitaus mehr einnehmen, als es jetzt anpeilt. Die Festlegung des Emissionsvolumens ist schließlich nur ein angestreber Richtwert – und nicht bindend. Facebook könnte also auf den letzten Meter doch mehr Unternehmensteile am Kapitalmarkt platzieren, um die Nachfrage zu befriedigen.

Der Hype um die Facebook-Aktien wäre auf diesem Wege dennoch weiter entfacht worden.  Es sieht ganz danach aus, als würden die Investmentbanker also einmal mehr das tun, was sie nach eigenen Aussagen am besten können: "Gottes Werk verrichten".

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