Airbnb: Matratzen für Generation Facebook

Das fehlte noch: Die passende Unterkunft für die Generation Facebook. Allerspätestens seit dem Großinvestment von Ashton Kutcher ist der private Zimmervermittler in der Szene bekannt – und seit dem Einstieg von Axel Springer nun auch in der deutschen Medienbranche. Airbnb, was als Kurzform für Luftmatratze und Frühstück steht, ist die neue große Boomstory des Silicon Valley. Das erst drei Jahre Startup ist üppig mit Wagniskapital finanziert und bereits mit einer milliardenschwer bewertet.

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Das fehlte noch: Die passende Unterkunft für die Generation Facebook. Allerspätestens seit dem Großinvestment von Ashton Kutcher ist der private Zimmervermittler in aller Munde. Airbnb – was als Kurzform für Luftmatratze und Frühstück steht – ist die neue große Boomstory des Silicon Valley. Das gerade mal drei Jahre Startup ist üppig mit Wagniskapital finanziert und bereits mit einer milliardenschweren Bewertung ausgestattet. Der Hype bekommt nun seine arithmetische Untermauerung: Airbnb wächst wie verrückt.
150 Euro für ein Gästezimmer? Man muss nicht Bettina Schausten heißen, um auf die Idee zu kommen, kostenpflichtig privat zu übernachten. Das Konzept klingt tatsächlich wie maßgeschneidert für die Generation Facebook: In einer Welt, deren Grenzen mit einem Mausklick immer mehr zusammenschmelzen.
Keine Frage: Die Reisebereitschaft und Neugierde in einer nicht nur online immer vernetzteren Welt ist proportional zum Aufstieg der sozialen Netzwerk als auch Billigflieger angewachsen. Es wird gereist, soviel das Konto hergibt. Die Grundidee ist sogar älter als Facebook: Couchsurfing hieß sie, ist aber als kostenlose Unterkunft samt Gastgeber nicht jedermanns Sache. Wer eine private Unterkunft nach seinen individuellen Vorstellungen sucht – von einer Nacht bis mehreren Monaten –, dem wird bei Airbnb geholfen. 
Sharing-Gedanke: "Der Zugang ist wichtiger als der Besitz"
Der Name ist Programm: "Airbed and Breakfast" heißt die Langfassung, Luftmatratze und Frühstück also – das 2008 gegründete Portal ist so etwas wie das eBay für private Unterkünfte. Anfang der Woche verklärte Gründer Brian Chesky auf der Technologiekonferenz  DLD sein Geschäftsmodell im Internet-Zeitalter zum "Sharing"-Prinzip: "Der Zugang ist wichtiger als der Besitz." So kann man es natürlich auch formulieren. 
Fakt ist: Der Bedarf an privaten Unterkünften wächst rasant – Marktplätze wie Airbnb oder die Konkurrenten Wimdu oder das deutsche Pendant 9flats befriedigen ihn. Wie Airbnb heute mitteilte, wurden binnen des letzten Jahres fünf Millionen Buchungen durchgeführt – in 100.000 Unterkünften in 19.000 Städten aus 192 Ländern dieser Erde. 
Airbnb: Bald in 10 Städten präsent
Um stolze 500 Prozent konnte Airbnb damit sein Wachstum innerhalb von zwölf Monaten befeuern. Airbnb wurde im August 2008 von den Studenten Brian Chesky und Joe Gebbia gegründet – bezeichnenderweise in San Francisco. Inzwischen gibt es weitere Niederlassungen in London, Berlin und Hamburg. Im ersten Quartal geht die internationale Expansion mit neuen Büros in Barcelona, Kopenhagen, Mailand, Moskau, Paris und São Paulo weiter. 

Geld fürs internationale Wachstum ist jedenfalls genug vorhanden. Mitte letzten Jahres führte Airbnb eine Finanzierungsrunde durch, bei der insgesamt 112 Millionen Dollar durch Geldgeber wie Andreessen Horowitz  oder den russischen Facebook-Investor Digital Sky flossen. Stolze Bewertung: Rund eine Milliarde Dollar teuer. 
Konkurrent HomeAway bereits über zwei Milliarden Dollar wert
Dass damit noch lange nicht Schluss sein muss, wenn man erst mal einmal börsengelistet ist, bewies im vergangenen Jahr der auf Ferienwohnungen spezialisierte Rivale HomeAway, der im Juli für eine Bewertung von drei Milliarden Dollar an der Wall Street debütierte. Heute sind es immer noch rund zwei Milliarden Dollar. Da sage noch mal einer, das Geschäft mit privaten Unterkünften tauge nicht zum Luxus. 
Negative Schlagzeilen, wie sie Airbnb im vergangenen Sommer hatte erfahren müssen, kann sich das boomende Startup indes kaum zweites Mal erlauben. Seinerzeit verbreiteten sich Fälle von verwüsteten Unterkünften, gestohlenen Gegenständen und Drogenmissbrauch in einer gemieteten Unterkunft und einem daraufhin mangelhaften Kundenservice wie ein Lauffeuer in der Internetlandschaft.

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