US-Serie „Sons of Anarchy“ wird zum Klickhit

Fernsehen Eine Sendergruppe versucht es mit “Online first” und erntet Erfolg: ProSiebenSat.1 hat seit Mitte Januar die Kult-Bikerserie “Sons of Anarchy” kostenlos auf seiner Videoplattform MyVideo ausgestrahlt. Jetzt zieht man eine positive Bilanz: Rund eine Millionen Abrufe konnte die US-Serie generieren. Und das, obwohl der Biker-Epos seine Erstausstrahlung schon 2008 hatte. Das geglückte Experiment zeigt, dass hochwertiger Content aus Hollywood auch auf legalem Wege funktionieren kann.

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Es war einen Versuch wert: Eine Serie rund um eine Gruppe Biker, die bereits vor vier Jahren in den USA anlief, sollte als Versuchskaninchen für “online first” dienen. Denn “Sons of Anarchy” (“SoA”) von FX Networks soll zwar im Laufe des Jahres auf Prosieben oder Sat.1 ausgestrahlt werden, seine Deutschlandpremiere erfuhr die Serie auf MyVideo. Die Videoplattform strahlte ab dem 19. Januar jeweils eine der ersten dreizehn Folgen aus.

Die Dramaserie läuft in den USA bereits in der vierten Staffel und gilt als Garant für gute Einschaltquoten. Der Protagonist der Serie ist Jackson „Jax“ Teller (Charlie Hunnam), der Vizepräsident eines Motorrad-Clubs, der die Methoden und Sichtweisen der Mitglieder und besonders des Präsidenten Clay Morrow zunehmend in Frage stellt. Hauptdarstellerin Katey Sagal, auch bekannt als Peggy Bundy aus der Serie „Eine schrecklich nette Familie“, erhielt für ihre Rolle den Golden Globe in der Kategorie „Best Performance by an Actress in a Television Series/Drama”.

Das Experiment mit der Special-Interest-Serie, wie Jürgen Vielmeier sie auf BasicThinking nannte, scheint geglückt. MyVideo verzeichnete für die gesamte Staffel über eine Million Abrufe. Der zeitunabhängige Konsum von Serien oder Filmen im Internet ist ein Trend, der sich immer stärker abzeichnet. Dem wollen wir mit unserem neuen Angebot Rechnung tragen", erklärte Manuel Uhlitzsch, Geschäftsführer der Magic Internet GmbH, der Media-Agentur für MyVideo.

Ganz recht. Und doch wollen solche Zahlen nicht in das Bild einer Industrie passen, die mit dem Internet vor allem eines assoziiert: Piraterie. Daran war nicht zuletzt auch der Erfolg von Kim Schmitz’ Megaupload schuld. In den USA bescheren aktuelle Serieninhalte Portalen wie Hulu und Netflix weiterhin gute Umsätze. Deutsche Serienfans müssen jedoch in der Regel lange warten, bis ihre Lieblingsserie auch mit deutscher Synchronisation im Fernsehen ausgestrahlt wird. Im Web bietet einzig Maxdome ein umfassendes Serien-Angebot.

An Möglichkeiten, online Geld zu verdienen, mangelt es dank Pay-Per-View oder Flatrate-Modellen keineswegs. Allerdings lässt Hollywood bislang Modelle vermissen, die User für Fernsehen im Web begeistern. “SoA” hat eindrucksvoll demonstriert, dass auch legale “Online-first”-Modelle im Internet funktionieren können.

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