Gottschalk: Atemnot in der Todeszone

Fernsehen Die zweite Woche “Gottschalk Live” ist angebrochen und schon wird es richtig ungemütlich in der ”Todeszone” des Vorabends. Nach dem Auftakt mit sehr guten 4,36 Mio. Zuschauern im Gesamtpublikum und einem Marktanteil von 14,6% sackte die Quote immer weiter ab - trotz Top-Gästen wie Anke Engelke und zuletzt Karl Lagerfeld. Die Sendung mit dem Modemacher erreichte nur noch 1,40 Mio. Zuschauer. Der Marktanteil lag mit 5 Prozent deutlich unter den früheren, auch schon schlechten, Vorabendwerten.

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Die Quotenkurve für “Gottschalk Live” zeigt dramatisch nach unten. Erste Sendung: 4,36 Mio. Zweite Sendung: 2,45 Mio. 1. Sendung der zweiten Woche: 1,93 Mio. Die darauffolgende Sendung: 1,40 Mio. Auch wenn das Format neu und der Sendeplatz schwierig ist: Damit kann niemand zufrieden sein. Nicht Thomas Gottschalk und nicht die ARD. Im Jahr 2011 lag der durchschnittliche Marktanteil zwischen 18 und 20 Uhr bei 8,4%. Der Senderschnitt der ARD lag bei 12,4%. Der Vorabend ist die wahrscheinlich am meisten reformierte Programmschiene der ARD. Mehr “Verbotene Liebe”, zusätzliches Kai-Pflaume-Quiz am Freitag, die Schmunzelkrimis “Heiter bis tödlich” – alles hat nix gebracht. Der Marktanteil blieb wie festgetackert. Bis Gottschalk antrat – jetzt zeigt die Kurve steil nach unten.

Die desaströse Quotenentwicklung wäre zu verschmerzen, wenn die Sendung inhaltlich oder konzeptionell Anlass zur Hoffnung geben würde. Allein: Da ist nichts. Auch in Woche zwei wirkte Gottschalk fahrig, nervös. Schaltungen litten unter technischen Mängeln, Anke Engelke sprach er als “Anette” an und nach dem Wetter-Dialog mit Claudia Kleinert fragte man sich als Zuschauer, wie denn nun das Wetter wird.

Noch dazu steht Gottschalk unter Dauerbeobachtung und merklich unter Druck. Sein Kollege Harald Schmidt füllt mittlerweile große Teile seiner Sat.1-Show mit Witzeleien über Gottschalk-Pannen. Die Schmidt-Redaktion fragte sogar bei “Gottschalk Live” an, ob sie die Rechte an Sendungsausschnitten kaufen kann – Schmidt wollte eine tägliche Pannen-Rubrik zu “Gottschalk Live” in seiner Show einbauen. Die Redaktion von Gottschalk lehnte ab.

Auch der Moderator selbst ist noch nicht zufrieden mit seiner neuen Sendung. In der Bild-Zeitung bat Gottschalk seine Zuschauer um Geduld: “Sie werden nur Ihren Spaß mit mir haben, wenn ich ihn selber habe. Das kriegen wir hin. Sind Sie bitte etwas geduldiger mit mir, als ich es bin. Danke!” Wenn man sich den bisherigen Quotenverlauf anschaut, ist es mit der Geduld der Zuschauer nicht weit her. Dass auch bei einem absoluten A-Gast wie Karl Lagerfeld die Quote nochmal drastisch nach unten ging, ist ein sehr schlechtes Zeichen. In der “Todeszone” dürften die Alarmglocken schrillen.

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