Fataler Tweet: Verhör statt USA-Urlaub

Publishing Beim Twittern hört für die US-Heimatsschutzbehörde offenbar der Spaß definitiv auf. Diese Erfahrung mussten die beiden britischen USA-Urlauber Leigh Van Bryan und Emily Bunting bei ihrem Einreiseversuch in Los Angeles machen. Statt in die glamouröse Hollywood-Metropole ging es hinter Gitter. Schuld daran sind zwei missverständliche Tweets, die sich der Muttersprachler Leigh Van Bryan vielleicht hätte vorm Versenden der 140-Zeichen besser durch den Kopf gehen lassen sollen.

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"Drei Wochen noch, bis wir die Leute auf dem Hollywood Boulevard verärgern und Marylin Monroes ausgraben", lautete ein Tweet in Pennäler-Manier, der zudem ein Zitat aus der US-Comedy "Family Guy" war. Der zweite klang auch nicht unbedingt gescheiter: "Hast Du diese Woche Zeit für ein bisschen Zeit Gossip und Vorbereitung, bevor ich die USA zerstöre?" fragte Bryan einen Follower.

Übersetzungspanne: Es mal so richtig "krachen" lassen – oder die USA "in die Luft jagen"?
Nun sollten die Verben "to destroy" und "to dig" eigentlich soweit im umgangssprachlichen Gebrauch verankert sein, dass über den Kontext schnell deutlich wird, dass die britischen Urlauber nichts ausdrücken wollten als ihre ziemlich jugendliche Vorfreude auf die Ferien. "To destroy" bedeutet im Britischen schließlich nicht anderes als "es krachen lassen", also eine wilde Party feiern.
Die US-Heimatsschutzbehörde wollte indes offenbar erst nicht über drei Ecken denken, sondern nahm die Tweets sehr wörtlich. Folge: Statt der Einreise folgte eine Verhaftung von Bryan und ein fünfstündiges Einzelverhör des Paares. Das war aber noch nicht alles: Insgesamt wurden Bryan und Bunting über 12 Stunden festgehalten – der 26-jährige Twitterer musste die Zelle mit mexikanischen Drogen-Dealern teilen.

"Du hast Dich mit Deinem Tweet ganz schön reingeritten, Junge"
"Ich wurde wie ein Terrorist behandelt", beschwerte sich Bryan anschließend gegenüber der britischen "Sun". "Ich habe gegenüber den Agenten immer wieder betont, dass sie meinen Tweet missverstanden hätten, aber sie haben mir nur entgegnet: Mit Deinem Tweet hast Du ganz schön reingeritten, Junge."
Es folgte nicht der erhoffte die Hollywood-Trip, sondern der Rückflug nach England. Der gebürtige Ire Bryan erklärte der Sun: "Es war fast lustig, wenn es sich nicht so gruselig gewesen wäre." Lektion gelernt: Twitterer leben gefährlicher als man denkt – jedes Wort zählt. 

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