Miese Mitarbeiter-Stimmung im ZDF

Fernsehen Doppelte Beschwerde: Gleich zwei Mails kursieren mittlerweile in der Öffentlichkeit, in denen die aktuell schlechte Stimmung bei den ZDF-Mitarbeitern thematisiert wird. So hat zum einen der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen eine Rundmail verfasst, in der er den "zermürbenden Defätismus" vieler ZDF-Angestellter thematisiert. Zu anderen hat sich offenbar innerhalb des Senderhauses eine Protestgruppe mit dem Namen “Freiheit-für-das-Zweite” gebildet, die auch einen offenen Brief verschickte.

Werbeanzeige

Auslöser für den Theveßen-Mail sind die aktuellen Sparauflagen, denen das ZDF nachkommen muss. Die Mainzer müssen 75 Millionen Euro im Personaletat einsparen. Die Folge: Es gibt einen Einstellungstopp und Kündigungen für etliche freien Mitarbeiter. Der Vize-Chef schreibt nun laut Spiegel, dass die Mitarbeiter ihre Kräfte nicht in gegenseitigem Misstrauen verschwenden sollten. Dieses Misstrauen "sollte sich eher gegen Stimmungsmacher von außen wenden, die nichts anderes im Sinn haben, als uns im Wettbewerb zu schwächen".
Das “Freiheit-für-das-Zweite”-Team prangert dagegen laut vor allem die „politische Einflussnahme“ im ZDF an und „eine übergroße Nähe mancher Journalisten zur Politik“. Weiter heißt es: „allein zwei ZDFler wurden als Kandidaten für Sprecher-Posten in der Bundesregierung genannt – einer ist es ja dann geworden“.
Das gesamte Schreiben wurde von Carta.info veröffentlicht. Der letzt Absatz lautet: „Wir paar jungen Nachwuchs-ZDFler müssen leider anonym bleiben, um unsere (meist befristeten/wackligen) Verträge nicht zu gefährden. WIR möchten auch noch in ein paar Jahren in einem (nahezu) unabhängigen ZDF arbeiten. Wobei WIR niemals mehr so hohe Pensionsansprüche werden verjubeln können, wie es den Hierarchen, die ein Filz-System im Haus aufgebaut haben, möglich ist.“

###YOUTUBEVIDEO###
Gerade protestierten die Mitarbeiter des ORF mit Hilfe eines vielbeachteten YouTube-Videos
Veröffentlicht wurde die Mail von einen anonymen Mailkonto. Inspiriert wurde die “Freiheit-für-das-Zweite”-Gruppe wohl von den aktuellen ORF-Protesten.

Die Proteste in Wien dürften den Mainzern Mut machen. Denn die ORF-Kollegen konnten ihre Forderungen durchsetzten. Der Posten des Büroleiters des ORF-Chef Alexander Wrabetz wurde eben nicht mit Nikolaus Pelionka, der den Sozialdemokraten nahesteht, besetzt.

Mehr zum Thema

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige