Zynga bekommt Schützenhilfe der Wall Street

Es ist bisher nicht gerade eine große Erfolgsstory an der Börse: Zynga, hochgewetteter Internet-Überflieger des vergangenen Jahres, hat an der Wall Street seit dem IPO Mitte Dezember kaum Land gesehen. Seit knapp zwei Wochen ist ein gegenläufiger Trend zu beobachten: Die Anteilsscheine steigen nach einigen guten Nachrichten wieder deutlich. Die Nutzerzahlen ziehen an, zudem lockt das Potenzial von Onlinespielen um Geld. Analysten heben reihenweise den Daumen und sehen Kurspotenzial.

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Es ist bisher nicht gerade eine große Erfolgsstory an der Börse: Zynga, hochgewetteter Internet-Überflieger des vergangenen Jahres, hat an der Wall Street seit dem IPO Mitte Dezember kaum Land gesehen. Seit knapp zwei Wochen ist ein gegenläufiger Trend zu beobachten: Die Anteilsscheine steigen nach einigen guten Nachrichten wieder deutlich. Die Nutzerzahlen ziehen an, zudem lockt das Potenzial von Onlinespielen um Geld. Analysten heben reihenweise den Daumen und sehen Kurspotenzial.   

Es waren nur ein paar Minuten: Nur am ersten Handelstag lugte die Zynga-Aktie kurz ins positive Terrain – 11,50 Dollar leuchteten auf der Kurstafel auf, das war’s. Binnen der ersten Stunde fiel der hochgehypte Online-Spiele-Anbieter unter den Ausgabekurs zurück – und hat diesen seitdem nie wieder gesehen.

Für den größten Internet-Börsengang seit Google, mit dem Zynga immerhin eine Milliarde Dollar in seine Kasse spülte, ist das ziemlich dürftig. Entsprechend bemühte sich CEO Mark Pincus nach Ablauf der sogenanten Quiet Period in den letzten Tagen um Schönwetter.

Nach Ende der Quiet Period: Banken starten mit Kaufempfehlungen

In einem Interview mit dem Wall Street Journal nannte der 45-Jährige Zynga-Gründer das IPO "einen Erfolg" – Anleger dürften das nach dem bisher enttäuschenden Kursverlauf  indes anders sehen. Schützenhilfe bekommt Pincus nun von der Wall Street selbst: Die fünf konsortialführenden Banken nahmen nach Ablauf der Quiet Period diese Woche die Berichterstattung über das junge Internet-Unternehmen auf.

Wenig überraschend startet sie mit Kaufempfehlungen und Kurzielen über dem aktuellen Niveau: Goldman Sachs, J.P. Morgan, Morgan Stanley,  Barclays und die Bank of America weisen Kursziele zwischen 11 und 14 Dollar aus, nur die Analysten der Bank of America-Tochter Merrill Lynch sind mit einer Zielmarke von 10,50 Dollar etwas verhaltener.

"Ein Interesse an Glücksspielen mit echtem Geld"
Aber auch Banken, die mit dem Börsengang nichts zu tun hatten, haben Zynga auf ihrer Empfehlungsliste: So sehen die Analysten von Piper Jaffray den Online-Anbieter von Social Games wie FarmVIlle oder MafiaWars bei 11 Dollar, Lazard Capital hält 12 Dollar für möglich, Wedbush 12,50 Dollar und die Volkswirte von BTIG gar 13 Dollar je Anteilsschein – das entspräche auf aktuellem Niveau einem Kursanstieg von mehr als 36 Prozent.

Potenzial wird vor allem durch den möglichen Einstieg in den Online-Glücksspielmarkt gesehen. Das US-Justizministerium hatte zuletzt angedeutet, Glückspiele im Internet möglicherweise in einigen Staaten zu legalisieren. Zynga ist mit seinem Ableger Zynga Poker bereits nach eigenen Angaben mit 30 Millionen Nutzern im Monat Marktführer und wenig überraschend ziemlich interessiert an Glückspielen mit Echtgeld.

"Wir wissen von unseren Kunden, dass ein Interesse an Glücksspielen mit echtem Geld besteht", erklärte ein Sprecher gegenüber dem Tech-Blog "All Things Digital".  Wir befinden uns mit unseren Partner in aktiven Gesprächen und erörtern die Möglichkeiten." Nach Einschätzung des US-Portals Business Insider könnte auch Facebook massiv von einer Legalisierung von Online-Glücksspielen profitieren.

Börsencomeback: Rallye von 20 Prozent

Doch auch das aktuelle Tagesgeschäft sorgte zuletzt für Rückenwind. Die neusten Spiele Scramble with Friends und Hidden Chronicles erhielten nicht nur positive Kritiken, sondern generierten auch starke Nutzerzahlen – nämlich mit insgesamt knapp 56 Millionen aktiven Spielern zuletzt den besten Wert der vergangenen sechs Monate.

Den angeschlagenen Zynga-Aktien halfen die positiven Nachrichten der vergangenen Tage zu einem kleinen Kursfeuerwerk: Vom bisherigen Allzeittief bei 8 Dollar Anfang Januar zog das Papier auf heute 9,60 Dollar an – ein Zuwachs von immerhin 20 Prozent. Für Zeichner der ersten Stunde geht das Warten indes immer noch weiter: Der Ausgabekurs vom ersten Handelstag ist immer knapp 5 Prozent entfernt.

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