Michal: „Auch Carta wurde vermisst“

Publishing Selbst im Web können richtig gute Sachen zurückkommen: Neustes Beispiel nach dem News-Aggregator Rivva ist jetzt das Mehrautoren-Blog Carta. Im MEEDIA-Interview verrät Herausgeber Wolfgang Michal, dass er plant, gewisse Einnahmen vorausgesetzt, sobald wie möglich eine Kernredaktion aufzubauen. Auch thematisch soll sich Carta bewegen. „Es besteht, glaube ich, das Bedürfnis nach mehr Kultur- und Gesellschafts-Themen“.

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Selbst im Web können richtig gute Sachen zurückkommen: Neustes Beispiel nach dem News-Aggregator Rivva ist jetzt das Mehrautoren-Blog Carta. Im MEEDIA-Interview verrät Herausgeber Wolfgang Michal, dass er plant, gewisse Einnahmen vorausgesetzt, sobald wie möglich eine Kernredaktion aufzubauen. Auch thematisch soll sich Carta bewegen: „Es besteht, glaube ich, das Bedürfnis nach mehr Kultur- und Gesellschafts-Themen."

Carta.info

Warum kommt Carta zurück?
Das ist ein bisschen wie bei Rivva, dem News-Aggregator. Auch Carta wurde vermisst. Von Lesern und Autoren. Denn eine Plattform, die auch unterschiedliche Standpunkte toleriert, ist für viele ein Anlaufpunkt, für manche eine Orientierungs-Hilfe. Außerdem bringen wir immer wieder Crossposts, die uns wichtig erscheinen, das ist gut für uns und für die Blogs. Obwohl manche Fragen noch immer ungelöst sind, sind wir schon mal an den Start gegangen, weil Warten im Internet einfach keine Kategorie ist. Und wir wollten schneller sein als die HuffPost (kleiner Scherz!)

Wird es eine Kern-Redaktion geben und wer gehört ihr an?
Wir hoffen, dass wir im Lauf des Jahres so viel Unterstützung finden, dass wir eine Kernredaktion bezahlen können. Eine große Zeitung hat Interesse an einer Kooperation gezeigt, es gibt auch Signale aus der Wissenschaft und den Rundfunkanstalten. Leider sind die Stiftungen in Deutschland etwas eng in ihren Förderrichtlinien, sonst ginge da mehr. In trockenen Tüchern ist noch nichts.

Welche Rolle nimmt die neue Verlegerin ein?
Tatjana Brode tritt an die Stelle von Robin Meyer-Lucht. Sie war mit ihm verheiratet und möchte, dass Carta weiter besteht. Robin war ein toller Verleger. Er konnte andere begeistern, er hatte Ideen, und er hat immer schnell reagiert. Er litt aber darunter, nicht ausreichend Geld verteilen zu können. Als Unternehmer stand er unter dem Druck, Erfolge vorweisen zu müssen. Das ist in Zeiten, wo so viel getextet wird, verdammt schwer. Tatjana Brode hat die nötige Geduld, die man jetzt braucht, und sie bringt viele neue Kontakte ein. Wir wollen auch den Herausgeberkreis noch erweitern und wieder einen Beirat für Carta gewinnen.

Was wird sich inhaltlich ändern?
Das hängt ganz von den Autoren ab. Wir treffen uns im Februar zu einem Meinungs-Austausch in Berlin. Es besteht, glaube ich, das Bedürfnis nach mehr Kultur- und Gesellschafts-Themen. Das Internet ist ja nicht mehr neu, es ist Teil unserer Kultur. Das ändert auch die Themen. Mal sehen.

Carta wurde zurückgefahren, weil es nicht gelang, genug Vermarktungs-Erlöse zu erzielen. Wie soll dieses Problem diesmal gelöst werden?
Es werden zur Zeit so viele Milliarden Euro für die Banken gedruckt, davon werden bestimmt ein paar Millionen bei uns investiert.

Auf welche Postings und Autoren können wir uns in den nächsten
Tagen/Wochen freuen?

Es ist uns eigentlich lieber, wenn die Erwartungen erst mal nicht so hoch sind. Wir haben unsere Betriebstemperatur noch nicht erreicht. Ach Moment, da kommt gerade ein interessantes Kassiber aus dem ZDF herein…

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