Spam-Fieber: Babette legt Bundestag lahm

Publishing Am Mittwoch waren für ein paar Stunden im Deutschen Bundestag einmal die Fraktionsgrenzen vergessen. Ob FDP, die Linke oder CDU: Parteiübergreifend hatte alle Parlamentarier und vor allem ihren Angestellten nur ein Thema: Babette und das "Kürschnergate". Denn mit einer „Mail an alle“ legte Babette, die Büroangestellte eines Grünen-Abgeordneten, über Mittag den gesamten Regierungsapparat lahm. Aus einem kleinen Fehler wurde die wohl lustigste Mail-Gaudi, die der deutsche Bundestag bislang erlebte.

Werbeanzeige

Am Mittwochmorgen informiert die Stelle für Infomaterial des Bundestages die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darüber, dass eine neue Ausgabe von Kürschners Handbuch erhältlich sei. Der „Kürschner“ ist ein Wälzer mit Kurzbiografien aller Abgeordneten und weiteren Informationen zum Bundestag und seiner Organisation.

Die entscheidende Panne passiert kurze Zeit später. Babette wollte ein Kollegin bitten, ihr einen „Kürschner“ mitzubringen. Dabei „verklickte“ sie sich – laut Pressemitteilung des Bundestages – allerdings und schickte die Mail an die rund 2600 Verwaltungsmitarbeiter des Bundestages sowie sämtliche Mitarbeiter in den Fraktionen und Abgeordnetenbüros.

Rund anderthalb Stunden später antwortete der erste Mitarbeiter „an alle“ mit einem augenzwinkernden Hinweis auf "Goldene Regeln für schlechte E-Mails" und die "Antworten an alle"-Funktion. Prompt brachen alle Mail-Dämme. Immer mehr Mails „an alle“ drehten ihre Runde durch die Postfächer der Angestellten und Abgeordneten.

Die Folge: „Unbekannte sprechen sich direkt an und schmieden Pläne, wie das neue Buch beschafft werden könnte. Auf Twitter finden die ersten Tweets mit Zitaten aus den E-Mails an alle den Weg in die Öffentlichkeit“. Um Viertel nach zwölf ist „#kürschnergate“ Trending Topic auf Twitter. Denn die Story hatte längst das elektronische Briefsystem des Abgeordnetenhauses verlassen.

Mit dem Ende der Mittagspause ebbte der Spieltrieb der Bundestagsangestellten ab. Was bleibt ist eine schöne Erinnerung an den ersten internen E-Mail-Meme, dem es gelang, die Mitarbeiter des Bundestages für ein paar Stunden von der Arbeit abzuhalten.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige