Google erschafft das „Super-Profil“

Publishing Google als persönlicher Assistent: Der Internet-Riese will die Daten seiner Nutzer miteinander viel stärker als bisher verknüpfen und der ultimative Helfer im Alltag werden. So könnte Google seine Kunden beispielsweise bald warnen, wenn sie zu spät zu einem Termin zu kommen, weil sich vor ihnen gerade ein Stau bildet. Dazu haben die US-Amerikaner jetzt angefangen alle Datenschutz-Bestimmungen ihrer unterschiedlichen Dienste zusammenzuführen – nicht gerade zur Freude der deutschen Datenschützer.

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Google weiß, wo Sie sind. Google weiß, was Sie machen. Google weiß, was sie suchen. Google weiß einfach alles über Sie. So oder so ähnlich soll es bald aussehen. Der Konzern will alle Daten seiner Nutzer miteinander kombinieren und so zum perfekten Begleiter im Alltag werden.
"Wenn Sie eingeloggt sind, können wir Informationen, die Sie uns in einem Dienst zur Verfügung gestellt haben, mit Informationen aus anderen Diensten zusammenführen. Kurz gesagt werden wir Sie über alle unsere Dienste hinweg als einen einzigen Nutzer behandeln," zitiert stern.de die Google Datenschutz-Chefin Alma Whitten. Das soll für ein "einfaches, intuitives Google-Erlebnis" sorgen.
Was das "neue Google" mit sich bring, erklärt Whitten in einem Blogeintrag: "Wir können die Suche besser machen – indem wir verstehen, was Sie wirklich meinen, wenn sie Apple, Jaguar oder Pink eintippen. Wir können Sie darauf hinweisen, dass Sie spät dran für ein Treffen sind, ausgehend aus Ihrem Aufenthaltsort, ihrem Kalender und einer Vorstellung von dem aktuellen Verkehr." Außerdem will Google eine personalisierte Rechtschreibkontrolle einführen. Die Suchmaschine weiß also vorher schon, was Sie schreiben werden. Die Idee sei, die eigenen Informationen sinnvoller einzusetzen.
Damit Google das leisten kann sollen ab März die Datenschutz-Bestimmungen vereinfacht und zusammengeführt werden: statt der heutigen 70 einzelnen Dokumenten für verschiedene Dienste soll es nur noch eins geben. Die Daten würden nach wie vor nicht nach außen getragen, betont Google.
Wie Welt.de meldet, sei die Idee des Superprofils aber nicht ganz neu. Der ehemalige Chef der Web-Company, Eric Schmidt, hatte sich vor mehr als einem Jahr einen ähnlichen Plan ausgemalt. Dieser wird nun konkretisiert, da Konkurrent Apple offenbar mit seinem "persönlichen Assistenten" Siri (iPhone 4S) Druck auf die Branche ausübt. Auch das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook experimentiert mit der sozialen Suche, die besser auf die einzelnen Nutzer zugeschnitten sein soll.
Bedenken über die Neuerungen bei Google äußerte Thilo Weichert, der Datenschutzbeauftragte Schleswig-Holsteins, gegenüber Spiegel Online: "Ich halte davon solange überhaupt nichts, wie die Nutzer nicht transparent sehen, wie genau diese personalisierten Ergebnisse zustande kommen. Aus Datenschutzsicht ist damit zunächst nichts gewonnen."

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