„Werbeblock mit angehängter Sendung“

Fernsehen Thomas Gottschalk hat die Premiere von "Gottschalk live" hinter sich gebracht. Die Show war unter großem medialen Interesse gestartet. Die Kritik an seiner Sendung ist durchwachsen. Man attestiert im “Turbo-Egomanie”, aber auch Stärken in der Improvisation. Die meiste Kritik ernetete allerdings der Sender selbst. Das Format sei durch drei Werbepausen zum “Hackepeter-TV” verkommen. Gottschalk müsse “ein ernstes Wort mit seinem Sendedirektor sprechen”, der die Show “verhackstückt” hätte.

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Sophie‘>: “Am Ende scheint auch dem Turbo-Egomanen Thomas Gottschalk aufgefallen zu sein, wie schlecht er war. Darum wohl ging "DER Entertainer Deutschlands" (ARD-Chefin Monika Piel) am Ende seines "Wohlfühlhalbestunde"-Debüts auf die Knie. Er brauche jeden Zuschauer, bettelte er. Allerdings ohne es tatsächlich so zu meinen. Die erste Folge von "Gottschalk Live" war eine reine One-Man-Show.”

Stefan‘>: “Es ist nicht möglich, auch nur einen halben klaren Gedanken zu fassen, wenn in wenigen Sekunden schon wieder die nächste Werbeunterbrechung droht. Leider ist es diese nervige Verhackstückung, die als erster Eindruck hängen bleibt von der Premiere der neuen Gottschalk-Show. Und das ist durchaus schade. Denn in den wenigen Minuten, die dem Moderator unterbrechungsfrei zugestanden wurden, konnte man am Montagabend einen Thomas Gottschalk erleben, der präsenter und motivierter wirkte als bei vielen seiner "Wetten, dass..?"-Auftritte der vergangenen Jahre.”

Thorsten‘>: So ist das erste, vorsichtige Fazit: Ja, die Werbung nervt, aber nein, die Sendung nervt nicht, sie kann sogar ein nettes halbes Plauderstündchen werden, wenn es dem Meister denn gelingt, sich mehr in das Format reinzuwurschteln und seine Gäste ein bisschen mehr erzählen, als in den halbseidenen Promi-Formaten der anderen Sender.”

Joachim‘>
: Die 30 Minuten boten Hackepeter-TV. Erst einmal gab Gottschalk eine ausufernde Gebrauchsanweisung, was „Gottschalk live“ sein soll: Eine „Happy Hour“ ohne Euro-Rettungschirm, eine‚>-freie Programmzone. Das hatte anders keiner erwartet, noch weniger, dass Gottschalk dann mit einer frei erfundenen Illustrierten-Geschichte auf Zuschauerfang ging. Danach soll er einen verarmten Verwandten in Polen mit Namen Jan Gottschalk haben.

Gerrit Dorn auf DerWesten.de: Angriffspunkt Nummer eins: die massiv störenden Werbeeinblendungen. Insgesamt drei Werbepausen presste die ARD in das 30-minütige Format. Nach Zählung der Fachleute waren es wohl nur acht Minuten, in denen Thommy und sein Premierengast Michael „Bully“ Herbig nicht im Bild waren, doch vielen Zuschauern kamen die Unterbrechungen deutlich länger vor.

Karolin‘>
: “Thomas Gottschalk, der es sich stets zu Herzen genommen hat, wenn Kritiker ihm wiederholt seine Interviewschwäche vorwarfen, legte sich sichtlich ins Zeug, ein Gespräch zu führen, kein Smalltalk, kein Geplänkel. Und hätte die ARD nicht mit Autowerbung, Apothekenmagazinreklame und Wetter alles zerhackstückt, es wäre in der Tat eine hübsche Unterhaltung geworden. "Gibt es ein Publikum für diesen Stoff?", wollte Gottschalk vom Schauspieler anlässlich des neuen Kinofilms "Zettl" von Helmut (Dietl) wissen – und meinte schon wieder ein bisschen sich selbst: Gibt es in diesem Land ein Publikum für diese Art von gehobener Unterhaltung?”

K. Löhr und J. Nyary auf Bild.de: “Heidi Klums Trennung! „Ich hab‘ mit Heidis Vater telefoniert“. Gekommen ist sie trotzdem nicht. Auch spannend: Michael „Bully“ Herbig (43, „Zettl“)! Er bringt als Gastgeschenk Schlappen aus dem Hotel mit. Thommy probiert sie an. Ihm ist kein Schuh zu groß …”       
       
Ruth‘>: “Wer Thomas Gottschalk mag, wird sich von diesem Mix aus verspätetem Frühstücksfernsehen und verfrühter Late-Night-Show, wie er die Sendung selbst recht treffend bezeichnet, nicht davon abschrecken lassen, ihn weiterhin zu mögen. Der Moderator aber sollte dringend lernen, mit Werbepausen umzugehen, wenn sie denn in dieser gehäuften Form so nötig sind. Und mit Sendelängen.”

Mattias Bossaller auf n-tv.de: “Besser wurde die Show erst, als sein allererster Gast Michael "Bully" Herbig das Studio betrat, das Gottschalk "mein Wohnzimmer" nannte. Passenderweise brachte Herbig zwei Paar weiße Hauspuschen mit. Gottschalk wechselte von seinem Schreibtisch hinüber zur Couch. Und endlich klappte auch die Interaktion besser als zuvor mit der Redaktion. Jetzt zeigte Gottschalk seine eigentliche Stärke: Nicht das Aufsagen von aufgeschriebenen Gags oder die geschliffene Anmoderation, sondern die spontane Reaktion auf Menschen, das Talent zur Improvisation.”

Peer‘>: “Bevor es mit der ausgeruhten Vorabend-Plauderei richtig losgehen kann, muss Gottschalk aber noch ein ernstes Wörtchen mit seinem neuen Programmdirektor reden. Denn am größten Manko von „Gottschalk live“ ist der Gastgeber gar nicht selbst schuld. Es ist jedenfalls eine ziemlich beknackte Idee der ARD, die nicht einmal 30 Minuten dauernde Sendung gleich mehrere Male durch Werbung zu unterbrechen. Dadurch sieht die Live-Show nämlich aus wie Flugzeugessen: Das gibt’s auch nur in Häppchen.”

Michael Hanfeld auf faz.net: Zweiundzwanzig Minuten können einem kurz vorkommen und ewig lang. Für Thomas Gottschalk, sollte man meinen, ist es ein Atemzug, verglichen mit den langen Abenden, die er bei „Wetten, dass ..?“ im ZDF verbracht hat. Und so ganz hat er seinen Takt noch nicht umgestellt.

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