Verkauf: Hombach ist nicht mehr WAZ-Mann

Publishing Der Deal ist unter Dach und Fach: Am heutigen Montag hat Petra Grotkamp die Papiere zum Kauf des Brost-Anteils an der WAZ-Gruppe unterzeichnet. Im Zuge dessen legt der bisherige Geschäftsführer Bodo Hombach seine Mandate nieder. Das sei „seit Langem einvernehmlich vereinbart und wird jetzt vollzogen“. Alleiniger Chef in Essen ist nun der bisheriger Co-Geschäftsführer Christian Nienhaus. In weiteren Stellungsnahmen zeigen sich nicht alle Beteiligten ganz zufrieden.

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In einer knappen Stellungnahme schreibt Hombach, dass er auf „eine zehnjährige Tätigkeit zurückblicken“ kann, „die wirtschaftlich und publizistisch erfolgreich war.“
 „Im Namen der Funke-Familien-Gesellschaft begrüße ich es ausdrücklich, dass es Frau Grotkamp gelungen ist, die bisher von der Brost Holding gehaltenen Anteile der WAZ Mediengruppe zu übernehmen“, kommentiert Klaus Schubries, Bevollmächtigter der Funke-Familien-Gesellschaft. „Ich bringe damit die Hoffnung zum Ausdruck, dass es uns gemeinsam in der Einigkeit, die bei den letzten FFG-Sitzungen praktiziert worden ist, gelingen wird, die WAZ Mediengruppe erfolgreich in die Zukunft zu führen und weiter zu entwickeln. Die in der Funke-Familien-Gesellschaft zusammengeschlossenen Stämme der Funke-Familie werden nun gemeinsam die Herausforderungen der Zukunft für die WAZ Mediengruppe in Angriff nehmen."
Weit weniger euphorisch äußert sich allerdings Peter Heinemann, der Testamentsvollstrecker der Brost-Erben. In seiner Erklärung stellt er fest, dass die Verträge ohne seine Kenntnisse ausgehandelt wurden. Aber: „Als Testamentsvollstrecker schulde ich dem Erblasser Loyalität, doch liegt es nicht in meiner Macht, Entscheidungen der Familie des Erblassers, die dem Erblasserwillen widersprechen, zu korrigieren.“ Seiner Einschätzung nach kann der Kaufpreis allerdings als „fair gelten“. „Der von Springer gebotene höhere Marktpreis konnte dagegen nicht realisiert werden. Denn auf der Grundlage der Gesellschaftsverträge in der WAZ Mediengruppe, die nur durch einstimmigen Beschluss aller Gesellschafter geändert werden können, sind WAZ-Beteiligungen nur innerhalb der Gründerfamilien veräußerbar.“
Der Anwalt von Petra Grotkramp verriet unterdessen, dass die Strukturierung der Finanzierung durch die UniCredit Bank begleitet wird. Finanzierende Banken sind die UniCredit Bank, die Bayerische Landesbank und die Deutsche Bank. Der Deal wird auf den 31.12.2011 zurückdatiert. Über den letztendlich vereinbarten Kaufpreis macht das Medienhaus in seiner ersten Erklärung keine Angaben.

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