Apple nun doppelt so wertvoll wie Google

Wer hätte das noch vor ein paar Jahren gedacht: Apple ist nicht nur längst weitaus wertvoller als der einstige Internet-Überflieger Google, sondern seit Ende vergangener Woche sogar mehr als doppelt so wertvoll. Möglich gemacht haben das Googles enttäuschenden Quartalszahlen vom vergangenen Donnerstag, die am Folgetag zu einem Kurssturz von mehr als acht Prozent führten. Und der Abstand könnte noch größer werden: Apples Geschäftszahlen stehen diese Woche an. Analysten erwarten Großes.

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Wer hätte das noch vor ein paar Jahren gedacht: Apple ist nicht nur längst weitaus wertvoller als der einstige Internet-Überflieger Google, sondern seit Ende vergangener Woche sogar mehr als doppelt so wertvoll. Möglich gemacht haben das Googles enttäuschenden Quartalszahlen vom vergangenen Donnerstag, die am Folgetag zu einem Kurssturz von mehr als acht Prozent führten. Und der Abstand könnte noch größer werden: Apples Geschäftszahlen stehen diese Woche an. Analysten erwarten Großes. 
Es gab einmal eine Zeit, in der schickten sich Apple und Google gemeinsam an, die Dominanz der jahrzehntelangen Windows-Welt zu brechen. Schulter an Schulter marschierten die beiden Emporkömmlinge Mitte des vergangenen Jahrzehnts nach oben: Google debütierte für gerade mal 27 Milliarden Dollar an der Börse, Apple erlebte eine Renaissance durch den beliebten MP3-Player iPod. 
Google indes fing kurz nach dem Börsengang im August 2004 regelrecht Feuer: Die Aktie schnellte binnen eineinhalb Jahren von 80 auf 450 Dollar empor – der Internetriese war wertvoller als Apple. 2007 wendete sich das Blatt mit der Einführung des iPhones: Apple und Google preschten auf neue Allzeithochs bei 200 bzw. 715 Dollar vor; die Unternehmen waren mit 200 Milliarden Dollar fast gleich viel wert.
Die Wende: Apples iPad-Einführung, Googles China-Debakel
Der Gleichstand blieb auch im harten Crash der Finanzkrise 2008 mehr oder weniger bestehen, in dem beiden Unternehmen in der Spitze fast 2/3 ihres Marktwertes einbüßten. Ab der Erholung im Frühjahr 2009 jedoch trennten sich die Wege: Apple zog wie der Phönix aus der Asche empor und an Google vorbei – und schaute nie mehr zurück. Einerseits befeuerte die Fantasie und 2010 dann die tatsächliche Einführung des iPad Apples Aktienkurs, andererseits lähmte der inzwischen korrigierte Rückzug aus China die Google-Aktie für ein Jahr. 
2011 wurde das Missverhältnis noch deutlicher. Apple verdiente mit seiner All-in-one-Smartphone-Strategie aus Hardware und Software beim iPhone Milliarde nach Milliarde, während sich Google zwar über den größten Marktanteil bei seinem mobilen Betriebssystem Android freuen darf, diesen aber nicht monetarisieren kann. Die Motorola-Übernahme, die von der Börse ziemlich vernichtend aufgenommen wurde, belegt, dass Google die eigenen Konzernstrategie zu korrigieren versucht und Apples Alle-in-one-Ansatz nun auch nacheifert – mit bislang ziemlich offenem Ausgang. 
Google setzt heute 10 Milliarden Dollar um, Apple verdient sie
Der Rest ist Arithmetik: Apples Gewinn- und Umsatzdynamik beschleunigte sich 2011 sogar noch, Googles Wachstum verebbte zusehends. Die jüngsten Quartalszahlen sind ein Beleg für den Reifegrad, den der einstige Internetüberflieger inzwischen erreicht hat – der Gewinn stieg zuletzt gar nur noch um erschreckende sieben Prozent. Das ist Old-Economy-Niveau mitten im großen Boom des mobilen Internets.  
Zwar rühmt sich CEO Larry Page für das erste Quartal, in dem Google 10 Milliarden Dollar umgesetzt hat. Apple dagegen dürfte diese Summe im Weihnachtsquartal allein verdient haben. Die Analystenschätzungen gehen indes von Erlösen von mehr als 40 Milliarden Dollar aus!
Apple schon 200 Milliarden Dollar wertvoller als Google
Entsprechend drücken sich die Kräfteverhältnisse an der Wall Street aus: Google war per Schlusskurs am Freitag 190 Milliarden Dollar wert, Apple 391 Milliarden – mehr als das Doppelte also. Angesichts der Lichtjahre, denen Apple Google inzwischen in Umsatz und Gewinn enteilt ist, überrascht es tatsächlich, dass der Abstand der beiden einstigen Anleger-Lieblinge an der Börse nicht längst nicht drei- oder viermal so groß ist.

So sehr sich die Geschäftsmodelle von Apple und Google inzwischen ähneln – der Vergleich der beiden digitalen Schwergewichte fällt heute aus wie zwischen Äpfeln und Birnen.

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