Aktivisten über Schmitz: „Poser“ und „Krimineller“

Publishing In einem Interview mit dem Focus hat sich der Web-Spezialist und Berater der US-Außenministerin Hillary Clinton, Alec Ross, zum Streit um US-Gesetze zur Verschärfung des Urheberrechts geäußert. Ross mahnte, der Kampf gegen Online-Piraterie dürfe nicht zur "Zensurmaßnahme" werden. Unterdessen äußerten sich Internet-Aktivisten kritisch über den am Donnerstag von US-Behörden festgenommenen Deutschen Kim "Kimble" Schmitz.

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"Wir werden kein Gesetz unterstützen, das ein innovatives Internet untergräbt und die freie Meinungsäußerung einschränkt", so Ross. Er zeigte sich überzeugt, dass ein Kompromiss möglich sei, "der die Interessen des Urheberrechts und die Meinungsfreiheit ausbalanciert". Aber es sei eine "dumme Idee" zu glauben, man könne das Internet kontrollieren. Manche Politiker mache das wütend. „Das ist aber genauso sinnlos, wie sich über die Schwerkraft zu ärgern“, so Ross. Das 21. Jahrhundert sei „keine gute Zeit für Kontrollfreaks“. 
Der festgenommene Gründer des von der US-Justiz geschlossenen Online-Speichers Megaupload, Kim Schmitz, gilt in der Hacker-Szene keinesfalls als Kämpfer für Meinungsfreiheit. Ein deutscher Anonymous-Mann bezeichnete Schmitz in Focus als "echten Wirtschaftskriminellen". "Ich würde nicht für diesen Typen in den Ring steigen", so der Aktivist. Beim Chaos Computer Club (CCC), der Schmitz vor zehn Jahren wegen schlechten Benehmens rausgeworfen hatte, genießt der Megaupload-Gründer den Ruf eines "Posers". Der knappe CCC-Kommentar zur Verhaftung: "War klar, dass das irgendwann wieder passiert."

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