„Schuld daran ist nur Ochse Uwenknecht“

Fernsehen Die “Dschungelcamp“-Autoren Jens Oliver Haas, 44, und Micky Beisenherz, 34, gelten als verbale Götter der Gehässigkeit. Einmal jährlich zimmern sie dem erstklassigen Moderatoren-Duo Zietlow / Bach im australischen RTL-Dschungel messerscharfe Texte auf die Karten und TV-Zuschauern in Deutschland gute Laune auf die Couch. Mit Christopher Lesko sprachen beide zur Hälfte der Staffel exklusiv über Stimmung und Kandidaten, über “Ochse Uwenknecht“ und den “Biorhythmus von Franz Josef Wagner“.

Werbeanzeige

Hallo in den australischen Sumpf der Gruppendynamik! Wie ist die Stimmung im Autorenteam?
JOH: Toll! Seit dem 10. Januar verbringen Micky und ich mehr Zeit miteinander, als ein Pärchen in den Flitterwochen. Es muß Liebe sein.
MB: Muss! Mit zwei S! Wie oft hab´ ich Dir Idiot gesagt, dass man „muss“ mit zwei S schreibt!
JOH: Ja… das kommt davon, wenn man sich so ein junges Ding anlacht. Kollege: Ich wechsel‘ auf die neue Rechtschreibreform, wenn sie sich bewährt hat. Also frühestens mit Deiner Geschlechtsreife.
Was hat sich verändert in den Jahren dort unten?
JOH: In meinem Zimmer ist bei der Klimaanlage das Leitblech kaputt, der Coffee-Man sind jetzt drei Coffee-Ladies und wir haben WLAN im Baumhaus. Und textlich wurde die Narrenfreiheit immer mehr ausgeweitet. Ich glaube, inzwischen dürften wir sogar Scherze über Anke Schäferkordt machen. Micky?
MB: Hm? …..sorry, ich war noch bei den drei Coffee Mädels.
Die Quote lümmelt zwischen 31% und  40%: Das kann doch hungrigen, glutäugigen Autoren nicht reichen. Dreistellig hätte sie ja mindestens werden können….
JOH: Ja, dann zählen Sie den Kram doch einfach zusammen! Dreistellig waren wir nach drei Tagen. Dafür braucht Harald Schmidt inzwischen drei Monate.
MB: Ich arbeite sonst unter anderem fürs ZDF – da würden allein bei der obigen Schwankung die Korken knallen.
Franz Josef Wagner hat sich ja in einem Brief an “Das Dschungelcamp“ irgendwie kritisch geäußert. Ganz verstanden habe ich als intellektuell unauffälliger Mensch den Beitrag nicht. Verleihen Sie doch in einem kurzen Kommentar Ihrer Freude darüber Ausdruck:
JOH: Wie könnte man sich freuen, wenn ein alter Mensch nicht mehr den gleichen Biorhythmus hat wie sein einst so scharfer Verstand? Das wäre billig!
MB: Es gibt Gründe, warum man ihm damals in den Verlagsräumen nach 12 Uhr die Schreibmaschine weg genommen hat.
Man kennt ja das Phänomen von Identifikation und Angleichung professioneller Rollen mit dem Feld, in welchem sie tätig sind: Die Kriminalität bei Polizisten scheint höher als beim Durchschnitt. Mitarbeiterinnen bei Douglas schminken sich gefühlt intensiver, als es Frauen insgesamt tun. Welche Phänomene der Angleichung haben Sie beide als feinfühlige Menschen denn an sich selbst im Dschungelcamp beobachten dürfen?
JOH: Was ist das denn für eine Kack-Frage? Haben sie Dir ins Hirn geschissen, oder bist Du im Dunkeln gegen deinen Goethe gelaufen?
MB: Au! Ich glaub‘, ich hab mir grad mit dem Finger ins Gehirn gebohrt…  ohh… jetzt wird auch noch mein Bein taub!
JOH: Das ist meins, du Idiot! Hör auf mich zu schlagen!
Die aktuelle Truppe im Camp hat ja eine gewisse Tendenz zu unangemessen gruppendynamischer Faulheit und besteht, um es mit einem Begriff von Ihnen, Jens Oliver Haas, auszudrücken, aus einem Bündel von “Frischluftverdrängern“. Teilen Sie diese Einschätzung?
JOH: Absolut! Ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Moment… hab ich doch!
MB: … das haben wir jetzt von dem bedingungslosen Grundeinkommen. Toll.
Finden wir doch für jeden Kandidaten der putzigen kleinen Reisegruppe ein paar ungelenke Worte: Ich bitte um Anreicherung oder  Widerspruch:
Das Ailton: Der Satz, wegen seiner Schulden bekomme er den Hals nicht voll, kann ja alleine wegen der Physiognomie nicht stimmen, oder?  Und: Der Mann ist Trainingslager ja ebenso lange gewohnt, wie ständige Kritik an ihm. Für ihn ist der Dschungel ein Heimspiel…
JOH: Klasse! Den nehmen wir direkt für Morgen.
MB: Dieser Lesko. Nicht umsonst nennt man ihn „die Faust Gottes“.
Ramona Leiß als Grande Dame des Altersstarrsinns: Halten Sie für möglich und sinnvoll, dass Ramona die tiefe Erfahrung des Camps nutzt, um ihre erotische Orientierung zu überdenken und eine Liaison mit Franz Josef Wagner anzustreben? Visuell könnte das passen.
JOH: Gegen wen geht das jetzt? Gegen unsere Ramona oder gegen Franjo?
MB: …..toll…..jetzt ist nicht nur mehr das Bein taub.
Micaela Schäfer als Frau mit der erotischen Ausstrahlung einer Second-Hand-Gummi-Puppe: Ist in den weiteren Folgen aus Ihrer Sicht mit einem echten Durchbruch zu rechnen? Wenn ja – was genau ist es, das durchbricht?
MB: Ich fürchte eher, dass in ihrem Fall die Rauswahl offiziell unter “Rückrufaktion für Billig-Implantate“ läuft.
JOH: Das einzige, was durchbricht, ist der Boden unseres Baumhauses, wenn die australischen Teammitglieder sich bei ihren Peep-Shows vor dem Monitor ballen. Die finden die sexy… aber nur, weil sie kein Wort verstehen.
Rokkoko, der Ochsen-Knecht: Der zurecht verlorene Sohn, bei welchem es Zuschauern erstmalig seit Jahren wieder gelingt, vor dem Fernseher ohne jeden Verlust einzuschlafen. Es ist ja nie zu spät für eine glückliche Kindheit. Ist für Rocco mit dem paradoxen Nachnamen der Dschungel-Rest  gelaufen, oder rechnen Sie mit einem unvermuteten Aktivitäts-Anfall?
MB: Rokkoko? Ganz ehrlich: Mit den Namen anderer Menschen treibt man kein Schindluder. Herr Lesko, was soll das?
JOH: Genau! Schließlich können die Jungs ja nix dafür. Schuld daran ist nur Ochse Uwenknecht. Die Jungs kann man nur für Dinge in Verantwortung nehmen, die sie aus eigenem, wohl überlegten Antrieb machen. Das kann allerdings noch gut 10 bis 15 Jahre dauern.
Martin Kesici muss der in der Tat persönlich dafür verantwortlich gemacht werden, wenn Durchschnittsbürgern jeder Respekt vor Rockern und Bikern künftig verlorengeht. Der Mann mit dem zerzausten Haupthaar verhält sich doch, wie ein 65-jähriger Beamter auf dem Liegenschaftsamt. Im wahrsten Sinne des Wortes übrigens…
JOH: Billige Polemik! Viele Camper machen tatsächlich keinen Finger für das Format krumm. Marty macht das auf jedem Foto. Sonst kommt allerdings nicht viel…
MB: Noch ein bisschen weniger bewegen, und nachfolgende Generationen können ihn aus Bernstein klöppeln.
Day-Lo Daniel Lopes als netter Junge von nebenan. Vorausgesetzt man wohnt zwischen einer Nervenklinik und einem Obdachlosenasyl. Psycho-Day-Lo hält nicht lange, oder sehen Sie das anders?
MB: So wie ich das sehe, ist der – im Gegensatz zu Micaela – mit ein bisschen Stoff schnell zufrieden zu stellen.
Kim Gloss Debkowski als lebender Beweis dafür, dass von Schminke zusammengehalten zu werden, für Frauen nicht zwingend die schlechteste aller Lösungen bedeuten kann. Haben wir von MEEDIA Potential übersehen?
JOH: Nööö, das einzige, was ihr Brüder wohl übersehen habt, sind die letzten acht Sendungen. Kim ist seit Tag eins nicht geschminkt und… hoffentlich liest das wie immer bei Meedia keiner… ein richtig nettes Mädchen.
Museums-Ikone Brigitte Nielsen leidet auch nicht gerade an maßlos hektischem Nichtstun. “Stumpf ist Trumpf“ gilt auch für Brigitte, die Sie ja als “den späten Rolf Eden“ bezeichnen.
MB: Was wir immer noch sehr bedauern. Das war plumpester, plattester Humor auf Kosten dieser honorigen Frau. Zumal ich mich noch einmal beim Producer vergewissert habe, dass wir Brigitte und nicht Leslie Nielsen da unten sitzen haben.
Rehaugen-Momo Rad-Ost Bokel als moderne Audrey Hepburn unterm Weihnachtsbaum ist nett. Punkt. Was genau haben Zuschauer an dieser sicherlich vielschichtigen Persönlichkeit bislang noch nicht entdecken können?
JOH: Wir sind bei RTL… wir haben Geduld. Noch ein, zwei Staffeln und sie explodiert sicher.
MB: Wenn sie doch “Momo“ ist- hoffentlich bringt sie uns dann die gestohlene Zeit zurück.
Vincent Raven: Rabenmann mit rabenschwarzer Lunge. In Ihren Worten “Toblerone-Taliban“ und “Alpen-Ayatollah“. Mal ehrlich: Der kann gar nicht zaubern, oder? Was trauen Sie ihm noch zu?
JOH: Der Mann ist immerhin der nächste Uri Geller! Was zugegebenermaßen ein Scheiß-Titel ist, solange der erste noch lebt.
Zum Jung-Rapper Jazzy frage ich nichts, lieber: Ganz im Vertrauen – rufen Sie heimlich für Kandidaten an? 
MB: Hätte ich getan – ich hab allerdings die ganze Zeit damit vertan, sie zu googeln.
JOH: Ich steck ihnen die 49 Cent lieber persönlich zu. Sie können es gebrauchen.
Jens Oliver Haas und Micky Beisenherz: Vielen Dank für das Interview!
JOH: Das nächste Mal machen wir das aber mit Prominenten… ist ja echt mühsam…

Mehr über den Autor: www.leadership-academy.de

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige