Megaupload: FBI verhaftet Kim Schmitz

Publishing Aufstieg und Fall 2.0: Im Dezember konnte der dubiose Dotcom-Unternehmer Kim Schmitz mit dem Filesharing-Portal Megaupload und einem Viral-Video im Web noch für Furore sorgen – die R&B-Welt feierte den deutschen Hacker. Nun folgt das dicke Ende: Wie das Wall Street Journal berichtet, wurde Schmitz gestern zusammen mit weiteren deutschen Mitarbeitern des Filesharing-Portals im neuseeländischen Auckland vom FBI verhaftet. Megaupload ging unterdessen vom Netz.

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Es sieht nach dem dicken Ende einer scheinbaren Mega-Erfolgsstory aus. Gerade mal einen Monat ist es her, als die Crème de la Crème der amerikanischen R&B-Szene kräftig die Werbetrommel für den deutschen Internet-Unternehmer Kim Schmitz rührte – P. Diddy, Will.i.am, Snoop Dogg, Kanye West, Jamie Foxx und Macy Gray: alle sangen sie für das Filesharing-Portal Megaupload, auf dem Mitglieder kostenlos Musikdateien hoch- und runterladen konnten.  

Das Gebaren wirkte zunächst bizarr: Warum sollte ausgerechnet die darbende Musikbranche für ein kostenloses Upload-Portal werben? Auf den zweiten Blick wurde die  Sache vermeintlich nachvollziehbarer: Der in Hongkong ansässige Filesharer versprach, Künstler an den Einnahmen zu beteiligen. 

Und die waren offenbar in beträchtliche Höhen geschossen: Wie das Wall Street berichtet, habe Megaupload mit seinem Angebot unrechtmäßig Einnahmen in Höhe von 175 Millionen Dollar erlöst – und durch massive Urheberrechtsverletzungen einen Schaden von einer halben Milliarde Dollar verursacht. 
Filesharing-Portal Megaupload geschlossen

Das FBI ermittelte – und schlug nun im neuseeländischen Auckland zu. Der 37-jährige Kim Schmitz, der auch im Megaupload-Video als Kim Dotcom auftaucht, zwei weitere deutsche und ein niederländischer Mitarbeiter des Unternehmens seien gestern vom FBI in Gewahrsam genommen worden, wie das US-Justizministerium vermeldete. Drei weitere Mitarbeiter seien flüchtig. 
Schmitz, den das FBI als Gründer und CEO von Megaupload ausmachte, und den weiteren Mitarbeitern drohen nun in den USA wegen "weltweiter Internetpiraterie von verschiedensten urheberrechtlich geschützten Werken" Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Megauplaod selbst ist seit gestern nicht mehr erreichbar. Vorher zählte das Musikportal zu den meistbesuchten Seiten des Internets. Der Marktforscher Alexa führte Megaupload zuletzt als 72. meistgenutzte Seite des Internets.  

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