Google-Bilanz verschreckt die Wall Street

Was war das? Man muss schon lange in der Unternehmenshistorie von Google suchen, um ähnlich unerfreuliche Quartalszahlen wie diese zu finden. Sowohl beim Umsatz als auch Gewinn verfehlt der wertvollste Internetkonzern der Welt die Schätzungen der Analysten – und das, obwohl Google erstmals mehr als 10 Milliarden Dollar in einem Quartal erlöste. Der Gewinn blieb unterdessen krachend unter den Konsensschätzungen zurück. Auch 90 Millionen User bei Google+ halfen nicht: Die Aktie verliert nachbörslich 9 Prozent.

Werbeanzeige

Was war das? Man muss schon lange in der Unternehmenshistorie von Google suchen, um ähnlich unerfreuliche Quartalszahlen wie diese zu finden. Sowohl beim Umsatz als auch Gewinn verfehlt der wertvollste Internetkonzern der Welt die Schätzungen der Analysten – und das, obwohl Google erstmals mehr als 10 Milliarden Dollar in einem Quartal erlöste. Die Gewinn blieb unterdessen krachend unter den Konsensschätzungen zurück. Auch 90 Millionen User bei Google+ halfen nicht: Die Aktie verliert nachbörslich 9 Prozent. 
Keine Frage: Es ist einer der vier wichtigsten Tage des Jahres für Aktionäre – die Vorlage der Quartalsergebnisse, wenn Unternehmen ihren Anteilseignern Rechenschaft über den vergangenen Dreimonatszeitraum geben müssen. Zum Börsengang 2004 hatte sich Google entschieden, einige Dinge anders zu machen als die etablierten Unternehmen der Wall Street: Investmentbanken wurden bei Ausgabe der Aktien in einer sogenannten holländischen Auktion düpiert, und einen Ausblick auf kommende Quartale wurde demonstrativ ebenso verweigert – es ging eben immer schon anders zu im Googleplex in Mountain View. 
Von Google allein gelassen, müssen Analysten nun ihre Schätzungen alle drei Monate wieder ohne jeden Fingerzeig des Internet-Unternehmens abgeben – es bildet sich ein Konsens heraus, der entweder über- oder unterboten wird. Dass Google seinen Aktionären mit der betonten Verschlossenheit indes nicht immer einen Gefallen tut, zeigte sich bei Vorlage der jüngsten Unternehmensergebnisse: Schön, wenn die Überraschung positiv ausfällt – um so bitterer, wenn der Schuss nach hinten losging. 
Schwache Gewinnentwicklung: Google wächst nur noch um 7 Prozent
So wie nach Handelsschluss: 10,58 Milliarden Dollar erlöste Google im Weihnachtsquartal – so viel wie noch nie in der Unternehmensgeschichte. Doch das Durchbrechen der magischen 10-Milliardenmarke war nicht genug: Die Analysten der Citigroup etwa hatten mit Umsätzen in Höhe von 10,7 Milliarden Dollar gerechnet.  Nach Abzug der Transaktionskosten fällt das Ergebnis auch nicht besser aus – im Gegenteil: Der wertvollste Internetkonzern der Welt erzielte bereinigt Erlöse von 8,18 Milliarden Dollar – die Wall Street hatte aber mit 8,4 Milliarden Dollar gerechnet. 
Noch deutlicher wurde die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit indes beim Konzerngewinn: Hier hatten von Reuters befragte Analysten durchschnittlich mit einem Profit von 10,49 Dollar je Aktie gerechnet – Google lieferte aber nur 9,50 Dollar je Anteilsschein, fast ein Dollar weniger also. Netto verdiente Google damit 2,71 Milliarden Dollar – gerade mal sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für einen Wachstumswert wie Google, der immer noch mit einem stattlichen KGV von 20 gehandelt wird, ist das natürlich zu wenig. 
250 Millionen Android-Geräte in Betrieb, 90 Millionen Nutzer bei Google+
Im anschließenden Conference Call hatte CEO Larry Page, der trotzdem "von einem wirklich starken Quartal" sprach, mit dem er "sehr glücklich" sei, dann auch eine Erklärungen für das geringe Gewinnwachstum parat: Die schwächelnde Wirtschaft, ein schwacher US-Dollar und die Umstellung einiger Werbeformate. 
Vor allem aber betonte Page Googles Erfolge: Bereits 250 Millionen Android-Smartphones seien im Einsatz, das seien 50 Millionen mehr innerhalb von zwei Monaten. 11 Milliarden Downloads könne der Android Marketplace schon verbuchen – 90 Millionen Nutzer würden sich auf Google+ tummeln.

Aktionäre von Google zeigten sich von den Erfolgsmeldungen unbeeindruckt und straften die Aktie nach den schwachen Unternehmenszahlen hart ab. Das Papier verlor nach Handelsschluss in der Spitze 64 Dollar oder zehn  Prozent – am Ende blieb ein Minus von 57 Dollar oder 9 Prozent auf nur noch 582 Dollar.   

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige