Anonymous rächt Megaupload-Schließung

Publishing Die Hacker-Gruppe Anonymous hat nach der Schließung des Filehosters Megaupload mehrere amerikanische Internetseiten stillgelegt. Das FBI, das Justizministerium, Lobbygruppen sowie Musik- und Filmindustrie waren von diesem Angriff betroffen. In einem Tweet von Anonymous heißt es: "Der größte Angriff von Anonymus überhaupt - 5.635 Leuten haben bestätigt, LOIC zu nutzen, um Seiten in die Knie zu zwingen." Der Protest richtete sich aber auch gegen geplante US-Internet-Gesetzte.

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Nach dem das FBI am gestrigen Donnerstag (19. Januar) den Filesharing-Dienst Megaupload geschlossen und den deutschen Dotcom-Unternehmer Kim Schmitz festgenommen hatte, kündigte ein Anonymous-Tweet folgendes an: "Holt euch Popcorn … es wird eine lange Nacht." Innerhalb von nur 20 Minuten wurden zehn Websites lahm gelegt. Darunter befanden sich die Seiten des US-Justizministeriums, der US-Filmindustrie sowie die Seiten der Lobbyvereine MPAA und RIAA. Ebenfalls waren das Weiße Haus und das FBI vorübergehend offline, wie das Tech-Blog Gizmode berichtet.
Bekenner-Video von Anonymous
Anonymous und seine Anhänger haben die Websites per LOIC lahmgelegt. LOIC ist eine Lasttest-Anwendung. Diese erzeugt eine hohe Belastung auf dem Zielrechner und kann so dessen Versagen hervorrufen.
Laut Washington Post gab das amerikanische Justizministerium zu, dass es vermehrte Aktivitäten auf seiner Homepage festgestellt hatte. Auch der Realtime Web Monitor des Internet- Dienstleisters CDN verzeichnete 24 Prozent mehr Angriffe, als zu dieser Zeit üblich. Normalerweise liege der Webtraffic bei 11 bis 13 Prozent über dem normalen Niveau, schreibt golem.de.
Der Angriff von Anonymous war aber nicht nur allein eine Racheaktion gegen die Schließung von Megaupload, sondern soll sich generell gegen die geplanten US-Internet-Zensur-Gesetzte Stop Online Piracy Act (SOPA) und Protect IP Act (PIPA) richten. Die Gesetzesentwürfe sollen dafür sorgen, dass Internet-Provider und Suchmaschinen den Zugriff auf Seiten mit illegalen Inhalten unterbinden können. Statt die "bösen" Seiten, die zum Beispiel illegal Musik und Filme anbieten, zu löschen, sieht das Gesetz vor, diese zu sperren.

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