SOPA: Mark Zuckerberg bezieht Stellung

Publishing Die große Protestwelle gegen den Stop Online Piracy Act (SOPA) und Protect IP Act (PIPA) hat gestern einen prominenten Fürsprecher gefunden: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kam am Tag, als Wikipedia aus Protest gegen den Gesetzentwurf seine englischsprachige Webseiten abschaltete, aus der Deckung und solidarisierte sich klar mit der Nonprofit-Online-Enzyklopädie. "Wir können nicht zulassen, dass schlecht durchdachte Gesetzte die Entwicklung des Internets behindern", postete der 27-Jährige auf Facebook.

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Am Tag, als sich das Internet gegen SOPA solidarisierte, wollte auch der Gründer und Vorstandschef des weltgrößten sozialen Netzwerks nicht mit seiner Meinung hinter den Berg halten. Mark Zuckerberg machte seine Position gegen die Gesetzesentwürfe Stop Online Piracy Act (SOPA) und Protect IP Act (PIPA), die seiner Meinung nach gegen das Grundprinzip des Internets verstoßen würden, in einem Facebook-Posting sehr deutlich.

"Das Internet ist das wirkungsvollste Werkzeug, das wir haben, um eine offene und verbundene Welt zu schaffen", schreibt Zuckerberg. "Wir können nicht zulassen, dass schlecht durchdachte Gesetze die Entwicklung des Internets behindern. Facebook lehnt SOPA und PIPA ab und wird auch weitere Gesetzentwürfe ablehnen, die dem Internet schaden", schreibt Zuckerberg in einem für jeden offenen Eintrag auf seiner Facebook-Seite.

SOPA: Zuckerbergs erster Tweet seit drei Jahren

Und weiter: "Die Welt braucht politische Führer, die für das Internet sind. Wir haben mit einer Menge dieser Leute über Monate an besseren Alternativen zu den gegenwärtigen Vorschlägen gearbeitet. Ich ermuntere Sie, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen und Ihren Kongressabgeordneten zu sagen, dass sie auch Pro-Internet eingestellt sein sollten." Der Post erhielt über 400.000 Likes in den ersten zehn Stunden der Veröffentlichung.

Das Anliegen war dem Facebook-Gründer offenbar so wichtig, dass er eine Kurzform des Posts ebenfalls twitterte. Damit hat Zuckerberg klar Position bezogen – einigen Techblogs ging das jedoch nicht weit genug: "Wenn Zuckerberg das Anliegen so wichtig ist, sollte er es Wikipedia und einem Dutzend anderer großer Webseiten nachnahmen und Facebook für einen Tag abschalten“, findet etwa Mashable.
Mashable: "Zuckerberg hat die Chancen verpasst, zum echten Washington-Schwergewicht aufsteigen“

Das Techblog sieht die halbherziger Haltung des Facebook-CEOs als verschenkte Chance an: "Von einem Augenblick zum nächsten könnte Zuckerberg von jemandem, der ab und zu Dinner mit dem Präsidenten hat, zum echten Washington-Schwergewicht aufsteigen", folgert Mashable.

In der Praxis wäre ein Blackout tatsächlich ein Novum in der Geschichte des acht Jahre alten Unternehmens.  Ein Tag ohne Facebook? Der Aufschrei der 800 Millionen Mitglieder rund um den Erdball wäre schwer auszumalen. Und wirtschaftliche Gründe gibt es auch noch: Etwa 12 Millionen Dollar Umsatzeinbuße würde Facebook der Protestag kosten.  

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