Bestechung? Razzia bei Wulffs Ex-Sprecher

Publishing Gerade schien in der Affäre um Christian Wulff Ruhe eingekehrt zu sein, da führt eine Meldung zu neuen Spekulationen: Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen Wulffs Ex-Sprecher Olaf Glaeseker wegen Bestechlichkeit. Im Zuge dessen ließ die Justiz am heutigen Donnerstag die Privat- und Geschäftsräume des entlassenen Sprechers durchsuchen. Es wurden offenbar Immobilien in Wunstorf, Berlin und der Schweiz durchsucht. Glaeseker galt lange als enger Vertrauter des Bundespräsidenten.

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Nach Informationen von Bild.de verschafften sich Beamten des Landeskriminalamts auch Zugang zu Räumlichkeiten des Eventmanagers Manfred Schmidt, der zu Wulffs Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident enge Kontakte zur Staatskanzlei in Hannover gehabt haben soll.

Die jetzt geführten Ermittlungen wären eine mögliche späte Bestätigung für Recherchen des Sterns. Denn nach Meinung des Nachrichtenmagazins soll der 50-Jährige entlassen worden sein, weil er sich von Eventmanager Manfred Schmidt gern einladen ließ. Laut Stern-Reporter Hans-Martin Tillack soll Wulff mit dem Rauswurf auf einen detaillierten Fragenkatalog der Hamburger reagiert haben.

So soll der Wulff-Vertraute mehrere Tage Gratisurlaub in Schmidts luxuriöser Finca Can Pere Crous in Arbúcies bei Barcelona und in der Ferienwohnung des Unternehmers in Banyuls-sur-Mer in Südfrankreich gemacht haben. Der 50-Jährige hätte die kostenlosen Urlaube nicht annehmen dürfen, weil er als Sprecher des damaligen Ministerpräsidenten Wulff an das damals geltende Verbot gebunden war, keine Geschenke anzunehmen, die einen Amtsbezug haben.

Dieser war gegeben, weil Glaeseker in der Staatskanzlei in Hannover auch dienstlich mit Veranstaltungen von Manfred Schmidt befasst war. Vor allem mit dem so genannten Nord-Süd-Dialog. Bei dem Event kamen über 900 Gäste zusammen, um die guten Beziehungen zwischen der CDU und Baden-Württemberg zu feiern. Wulff war sowohl Teilnehmer wie Schirmherr der Veranstaltung. Die Webseite der Staatskanzlei zeigte sogar eine dreistündige Live-Fernsehübertragung des Events.

Gegenüber der Nachrichtenagentur dapd sprach Oberstaatsanwalt Lendeckel davon, dass seine Behörde inzwischen von einem "qualifizierten Anfangsverdacht" gegen Glaeseker ausgehe. "Das ist ein bisschen mehr als nur ein Anfangsverdacht."

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