PandoDaily: Techcrunch 2.0 geht an den Start

Das ging schnell: Zwei Monate nach ihrem Ausscheiden bei Techcrunch ist die Internet-Reportin Sarah Lacy zurück. Und das im ganz großen Stil: Neben der Geburt ihres Sohnes hat sie mit PandoDaily ein höchst ambitioniertes Portal über die Startup-Szene gelauncht, das Techcrunch das Furchten lehren dürfte. Dank über 2,5 Millionen Dollar Wagniskapital hat Lacy die alte TechCrunch-Gang dann auch gleich mitverpflichtet – Michael Arrington, M.G. Siegler und Paul Carr schreiben nun für die 36-Jährige.

Werbeanzeige

Das ging schnell: Zwei Monate nach ihrem Ausscheiden bei Techcrunch ist die Internet-Reportin Sarah Lacy zurück. Und das im ganz großen Stil: Neben der Geburt ihres Sohnes hat sie mit PandoDaily ein höchst ambitioniertes Portal über die Startup-Szene gelauncht, das Techcrunch das Furchten lehren dürfte. Dank über 2,5 Millionen Dollar Wagniskapital hat Lacy die alte TechCrunch-Gang dann auch gleich mitverpflichtet – Michael Arrington, M.G. Siegler und Paul Carr schreiben nun für die 36-Jährige. 

Es ist exakt der Stoff, aus dem Hollywood-Blockbuster wie "The  Social Network" entstanden sind: Große Ambitionen, das bühnenreife Ende eines Projekts und ein spektakulärer Neufang – und all das binnen weniger Monate. Und ganz nebenbei noch eine Geburt.   

All das hat die 36-jährige Technologiejournalistin Sarah Lacy hinter sich, die sich mit Michael Arrington bei TechCrunch in der Internetszene einen Namen machte. Es beginnt Mitte September in freudiger Aufregung, als die hochschwangere Techcrunch-Veteranin mitten in der Woche des Zerwürfnisses zwischen Gründer Michael Arrington und der neuen AOL-Content-Chefin Arianna Huffington ihren Sohn Eli zur Welt bringt.

So weit, so gut. Doch weniger Tage später nimmt das berufliche Schicksal seinen Lauf: Arrington verliert den Machtkampf – und Lacy den von ihrem Protegé zugedachten Chefredakteursposten. Den bekommt stattdessen Erick Schonfeld. Lacy verhält sich im Mutterschutz professionell – doch mit ihrer Rückkehr zwei Monate später ist das Arbeitsverhältnis dann doch beendet, wie sie in einem ziemlich emotionalen Blogpost mitteilt. Was folgt – unklar.
TechCrunch 2.0: Das Silicon Valley investiert 2,5 Millionen Dollar
Keine zwei Monate später die Antwort: So etwas wie Techcrunch 2.0! Während Gründungsvater Michael Arrington selbst zum Venture Capitalisten wurde, den Crunchfund auflegte und mit Uncrunched ein nonkommenzielles Blog startete, wählte seine einstige Mitstreiterin den umgekehrten Weg: Lacy ließ sich finanzieren und startet nun selbst einen neuen Blog.

Und was für einen! PandoDaily macht das ambitionierte Machwerk, das für 8000 Dollar im WordPress aufgesetzt, aber mit kolportierten 2 Millionen Dollar Wagniskapital finanziert wurde. Ins Boot hat Lacy die Crème de Crème des Silicon Valleys geholt: Netscape-Gründer Marc Andreesen und der erste Facebook-Investor Peter Thiel sind ebenso dabei wie die Wagniskapitalgeber Capitals Greylock Partners, SV Angel, Lerer Ventures, Accel Partner und Menlo Ventures.

PandoDaily: "Die perfekte Metapher für das Silicon Valley"

Und damit ist über das neue Superstar-Blog der Dotcom-Szene auch schon das meiste gesagt: Es bietet Silicon Valley-Selbstbespiegelung par exellence. Lacy will über die brodelnde Startup-Szene des Valley berichten – also genau das, womit Michael Arrington TechCrunch groß gemacht hat. 

Der Start fällt dann auch entsprechend ambitioniert aus: In einer etwas gesuchten Metapher erklärt sie den Portalnamen vom Pando-Baum, eine 80.000 Jahre alte Baumart aus Utah, die nicht nur bezaubernd aussieht, sondern vor allem in ihren Wurzel ein verschlungenen Ökosystem ausgebildet haben – den ältesten Organismus der Erde, wie Lacy erklärt. Und das natürlich nicht ohne Grund: Die frühere Businsweek-Kolumnistin sieht darin die "perfekte Metapher für das Silicon Valley" selbst. Es geht um das, was unter der Oberfläche brodelt, was noch entdeckt werden will – die brandheißen Startups vorm Durchbruch.

Die ganz große TechCrunch-Wiedervereinigung


Diese kommenden Erfolgsstories sollen nicht nur von Lacy selber geschrieben werden – sondern von dem vermeintlich beste – oder zumindest: angesagtesten – Schreibpersonal des Valley. Mit den Kolumnisten Michael Arrington, M.G. Siegler und Paul Carr ist PandoDaily nicht weniger als eine ganz große TechCrunch-Wiedervereinigung.

Und nein, sie wolle nicht verkaufen, lässt Lacy die Chance für eine Breitseite gegen AOL nicht nehmen. Tatsächlich gibt sich die junge Mutter Lacy auch im Gespräch mit Kara Swisher, einer anderen Alpha-Frau der Internetszene, extrem selbstbewusst und kündigt jede Menge Wettkampf an: Es gehe ihr darum, die Breaking News als erste zu liefern – etwas, was TechCrunch zuletzt immer weniger gelungen sei. 

"TechCrunch ist nicht mehr das, was sie mal waren"

"Sie sind nicht mehr das, was sie mal waren", setzt Lacy noch mal eine kleine, aber gezielte Spitze.  Techcrunch, aber auch Pete Cashmores Mashable und Henry Blodgets Business Insider haben seit gestern eine echte Konkurrenz bekommen – das zeigt bereits der Output von zehn Stories am ersten Tag, ergänzt noch um Newsdienst PandoTicker. 

Willkommen im Ring, der ultimativen Alpha-Bloggerinnen, Sarah Lacy! Dass ihr vier Monate alter Sohn Eli dafür seine Nanny viel besser kennenlernen wird, ist wieder eine andere Geschichte – schon sechs Wochen nach der Geburt saß Lacy bereits wieder Flieger zur einwöchigen TechCrunch-Konferenz in Peking.  

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige