Zeitungs-IVW: F.A.S. überholt F.A.Z.

Publishing Es ist eine Meldung mit Symbolcharakter: Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hat sich im vierten Quartal 2011 erstmals besser verkauft als die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Symbolcharakter deswegen, weil die Tageszeitungen seit Jahren Käufer verlieren, während die großen Wochen- und Sonntagszeitungen Rekorde feiern. Zulegen konnten nämlich auch Die Zeit und die Welt am Sonntag. Die überregionalen Tageszeitungen kamen diesmal allerdings relativ glimpflich davon.

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360.446 mal verkaufte sich die F.A.Z. im vierten Quartal pro Ausgabe, 361.133 mal die F.A.S. Erstmals lag die Sonntagszeitung also vor der Werktagsausgabe. Natürlich sind die Zahlen nur bedingt direkt miteinander vergleichbar, ist es doch wesentlich schwieriger sechs Zeitungsausgaben pro Woche an den Mann zu bringen als eine, aber dennoch sind sie symptomatisch für die Zeitungsbranche. Den Überholvorgang ist die Sonntagszeitung nämlich nicht nur wegen des 0,9%-Verlustes der F.A.Z. gelungen, sondern auch wegen eines eigenen Gewinns von 4.221 Käufern (+1,2%) gegenüber dem Vorjahresquartal.

Neben der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gewannen auch die beiden anderen großen seriösen Wochenzeitungen hinzu: Die Zeit fand 5.677 zusätzliche Käufer (+1,1%), das Duo aus Welt am Sonntag und Welt am Sonntag kompakt sogar 9,464 (+2,4%). Leider lässt sich hier allerdings nicht sagen, ob das Plus eher auf das Konto der WamS oder der WamS kompakt geht. Die Bild am Sonntag, die im VDZ-Auflagendienst, der die IVW-Auflagen traditionell vorab veröffentlicht, als Zeitschrift und nicht als Sonntagszeitung gewertet wird, büßte unterdessen 6,5% ihrer Vorjahres-Verkäufe ein.

Ungewohnt ausgeglichen sieht es diesmal bei den überregionalen Tageszeitungen aus. Zwar gingen unter dem Strich auch im vierten Quartal wieder Käufer verloren, doch mit dem Duo Welt und Welt kompakt, sowie den beiden Titeln Handelsblatt und Financial Times Deutschland gibt es auch drei Auflagen-Gewinner. Allerdings – und das gilt für alle hier erwähnten Zahlen – liegen bis Freitag vorerst nur die Gesamtverkäufe vor, also keine Detailzahlen aus den einzelnen IVW-Rubriken. Bis dahin lässt sich also nicht sagen, ob die Zugewinne auf zusätzliche Abonnenten oder Kiosk-Käufer zurückzuführen sind – oder eher auf mehr Bordexemplare, die in Fliegern verteilt wurden.

Verloren haben diesmal die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und die taz. Nicht so glimpflich davon gekommen ist hingegen die Bild. Mit 2,702 Mio. verkauften Exemplaren bleibt sie natürlich mit großem Abstand Deutschlands meistverkaufte Zeitung, im Vorjahresquartal fand sie aber noch 198.149 Abnehmer mehr. Das Minus beträgt im Jahresvergleich daher satte 6,8%.

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