ARD kritisiert Entscheidung für Web-„Sportschau“

Publishing Mit Bedauern nimmt die ARD die Entscheidung des Bundeskartellamts zum DFL-Kartellverfahren zur Kenntnis. Der Beschluss vom Freitag, der es vorstellbar macht, dass ab der Spielzeit 2013/2014 Bundesliga-Bilder zuerst im Web und erst ab 21.45 Uhr im Free TV zu sehen sein werden, sei "nicht im Interesse der Zuschauer", sagte ARD-Intendantin Monika Piel.

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Der DFL-Vorschlag sieht zwei Modelle vor: Das bisher geltende Szenario der Free-TV-Verwertung ab 18.30 Uhr. Und ein Szenario, bei dem die ersten Bilder der Spiele zunächst über Web-TV im Internet oder über mobile Endgeräte verbreitet werden. Damit wären im frei empfangbaren Fernsehen die Bundesliga-Bilder erst ab 21.45 Uhr zu sehen.
"Diese Entscheidung ist nicht im Sinne der Zuschauerinnen und Zuschauer. Denn sie birgt die Gefahr, dass die DFL mit einer Erstausstrahlung von Bildern des Bundesliga-Spieltages im Netz einen großen Teil des Publikums ausschließt", kommentierte ARD-Vorsitzende Monika Piel. "Besonders in ländlichen Gebieten ist für viele das Internet kein Ersatz für das Fernsehen, weil dort dem Web-TV häufig die notwendigen Empfangsmöglichkeiten fehlen."
ARD-Sportintendant Ulrich Wilhelm fügte hinzu: "Ich setze auf die Vernunft der Vereine und der DFL, bei der Vergabe darauf zu achten, dass der Bundesliga-Fußball auch weiterhin eine Verbreitung erfährt, die seiner gesellschaftlichen Bedeutung und Verantwortung gerecht wird."
Die aktuelle Medienregelung bringt der DFL rund 420 Millionen Euro jährlich ein. Am gestrigen Freitag teilte das Bundeskartellamt mit, dass es einer Neuvergabe der Medienrechte ab der Spielzeit 2013/14 mit der Möglichkeit einer primären Online-Verwertung der Bundesliga-Bilder zustimmt. Die DFL erhofft sich dadurch, mehr Bieter für die Rechte anzulocken und so höhere Einnahmen zu erzielen.

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