Smart TV soll Aus für Programmies bedeuten

Fernsehen Der Begriff Smart TV kursiert seit vielen Monaten in den Medien. Doch was ist von der Verzahnung zwischen Fernsehen und Internet zu halten? MEEDIA hat sich unter deutschen TV-Managern umgehört – und der Tenor ist eindeutig: Den großen Durchbruch hat es noch nicht gegeben. Aber mit neuen Endgeräten, insbesondere dem Apple-Fernseher, erwarten sie einen "Quantensprung". "Eine 'Hörzu' oder 'TV Spielfilm' wird dann sicher nicht mehr auf dem Tisch liegen", prophezeit Christian Asanger von Warner Bros.

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Bärbel Schäfer, Moderatorin: "Ich glaube, dass wir beim Smart-TV eine ähnliche Entwicklung erleben werden wie bei den Smartphones. Vor zehn Jahren hat doch niemand – Steve Jobs einmal ausgenommen – damit gerechtet, dass heute praktisch jeder einen dieser multimedialen Alleskönner in der Hand hat. Und so ähnlich wird es vermutlich auch mit dem Smart-TV verlaufen. Ein zentrales Gerät in Haushalt, auf dem dann vielfältige Dienste und Angebote genutzt werden können."
Christian Asanger, Director Local TV-Productions, Warner Bros. Entertainment GmbH: "Smart-TV wird für die Generation meiner jetzt 5-jährigen Tochter genauso selbstverständlich sein wie das Farbfernsehen für mich "non digital native". Entsprechend wird sie mit einer interaktiven Fernbedienung (oder welchen Ausdruck es dann auch immer für dieses "wireless device" geben wird…) ihr TV-Programm selbst und zu jeder beliebigen Anfangszeit zusammenstellen können. Eine "Hörzu" oder "TV Spielfilm" wird dann sicher nicht mehr auf dem Tisch liegen."
Holger Andersen, Programmdirektor RTL II: "Wir stehen erst am Anfang, was die möglichen Synergien der beiden Medien TV und Internet angeht. Ein großartiges erstes Erfolgsbeispiel ist die Online-Verlängerung unserer Realtainment-Serie ‚Berlin – Tag & Nacht‘ zu Facebook. Ob nutzerseitig dazu Smart-TV-Geräte der beste Weg sind oder eine Kombination verschiedener Endgeräte, vermag ich noch nicht zu sagen. Derzeit sehe ich Smart-TV eher als Indikator eines bestehenden Trends im Nutzerverhalten und nicht als dessen Auslöser."
Axel Kühn, Geschäftsführer Shine Germany Film- und Fernsehproduktion GmbH: "Für viele gerade jugendliche Zuschauer bietet das Internet eine Plattform sich über das TV-Programm auszutauschen. Das geht derzeit aber erheblich bequemer via Smartphone oder Tablet. Spannend ist die Verzahnung von TV und Internet natürlich für Video on Demand Angebote. Bei Apple TV klappt das ja schon hervorragend. Sollte der vermutete Apple-Fernseher also wirklich kommen, erwarte ich hier noch mal einen Quantensprung. Wenn sich das Internet auf dem TV nicht mehr wie Internet anfühlt, ist der Durchbruch geschafft."
Ollie Weiberg, Geschäftsführer META productions GmbH: "smartTV ist der richtige Weg! Allerdings ist die Herausforderung der passenden Fernbedienung noch nicht gelöst. Die reguläre Bedienungslogik von Fernsehgeräten ist völlig ungeeignet für die neuen Dienste. Hier hoffe ich auf eine der nächsten Produktrevolutionen von Apple. Stichwort: ‚Voicecontrol‘."
Frank Biernat, Redaktionsleiter, RTL Television GmbH: In diesem Bereich kenne ich mich nur wenig aus, glaube aber, dass es trotz deutlich steigender Nutzung in Sachen Smart TV noch lange dauern wird, bis die Ratings in diesen Bereichen wirklich ernst zu nehmen sind.

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