Fußball: Kartellamt erlaubt Web-„Sportschau“

Publishing Das Bundeskartellamt hat den Vermarktungsplänen der Deutschen Fußball Liga (DFL) grünes Licht erteilt. Somit kann der Verband wie geplant ein Modell für die 1. Und 2. Bundesliga mit einer Web-Sportschau anbieten. Die Vergabe der Medienrechte müsse jedoch "fair, diskriminierungsfrei und transparent" vonstatten gehen. Außerdem müsse die DFL eine Vielzahl von Paketen anbieten. Nur durch eine Ausnahmeregelung darf die DFL die Medienrechte, die ihr rund 420 Millionen Euro einbringen, zentral vermarkten.

Werbeanzeige

„Die zentrale Vermarktung von Medienrechten schränkt zwar den Wettbewerb zwischen den Vereinen ein. Sie bietet aber auch eine Reihe von Vorteilen und Effizienzen, da stets über die Liga als Ganzes berichtet werden kann und nicht jeder Verein einzeln über die Art und Weise der Berichterstattung über seine Spiele entscheidet“, sagte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt. „Unsere Entscheidung zielt darauf ab, diese Vorteile zugunsten der potentiellen Käufer der Rechte und damit letzten Endes auch der Verbraucher zu sichern.“
Das vorgesehene Modell, das ab der Saison 2013/14 in Kraft treten soll, ermögliche den Medien einen wettbewerblichen Zugriff auf eine Reihe von Liga-Paketen über verschiedene Verbreitungsarten und –wege, erklärte Mundt weiter. Ligaverband und DFL haben sich dem Bundeskartellamt gegenüber verpflichtet, mehrere Pakete für die Live-Übertragung von Spielen sowie für die Highlight-Berichterstattung anzubieten.
Die Rechte für die frei empfangbare Highlight-Berichterstattung werden in zwei alternativen Szenarien angeboten. In Szenario 1 ist die erste Highlight-Berichterstattung des Spieltages im Fernsehen vorgesehen. In Szenario 2 würde die Highlight-Berichterstattung zunächst über Web-TV bzw. mobile Übertragung erfolgen. Die früheste Fernseh-Berichterstattung ist hier für 21.45 Uhr vorgesehen. Das Bundeskartellamt hatte den Beteiligten bereits im Sommer vergangenen Jahres signalisiert, dass es gegen die Ausschreibung der beiden Szenarien keine grundsätzlichen kartellrechtlichen Bedenken gebe (MEEDIA berichtete).
"Dies war ein großer Schritt mit Blick auf die anstehende Vergabe der Medienrechte. Die kartellrechtlichen Grundlagen der Ausschreibung sind nun klar", kommentierte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung.
Während der Prüfung durch das Bundeskartellamt hatte auch die EU-Kommission ihre Zustimmung erklärt. Die DFL will allen bereits registrierten Unternehmen voraussichtlich in der kommenden Woche den sogenannten „Procedure Letter“ übersenden, der den Zeitplan sowie die Regelungen für die Durchführung des Ausschreibungsverfahrens enthält.
Da der Ligaverband und die DFL über eine erhebliche Marktmacht gegenüber ihren Nachfragern verfügen, haben sie jedoch strikte Vorgaben des Bundeskartellamts einzuhalten. Es müsse „tatsächlich jeder Gruppe von Interessenten an den Medienrechten – auch kleineren Anbietern – attraktive Inhalte angeboten werden“, schreibt die Behörde vor. Darüber hinaus dürfe die DFL nicht willkürlich darüber entscheiden, welchen Käufern sie den Zuschlag erteilt und welchen nicht. Denn anders als es bei Einzelverhandlungen mit 36 Vereinen der Fall wäre, stünden den Käufern hier keine Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung. Deshalb verpflichtete sich die DFL dazu, über den Zuschlag der einzelnen Pakete und des erfolgreichen Szenarios anhand vorab festgelegter Kriterien zu entscheiden.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige