dpa: Beschwerde gegen Auswärtiges Amt?

Publishing Der Vertrag über die Nachrichtenversorgung des Auswärtigen Amts sorgt weiter für Streit: Nachdem die dpa diesen prestigeträchtigen wie lukrativen Job für das Ministerium an ihren Konkurrenten dapd verloren hat, plant die Nachrichtenagentur, Beschwerde gegen die Entscheidung einzulegen, berichtet der Tagesspiegel. Die dpa vermute, dass vor allem der Preis und nicht die Qualität für die Wahl des neuen Partners ausschlaggebend gewesen sein soll. Zudem landete die PR-Agentur Media Consulta auf Platz zwei der Ausschreibung.

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Der Auftrag war erstmals ausgeschrieben worden; im Dezember vergab das Auswärtige Amt (AA) diesen an dapd. Daraufhin ließ die Deutsche Presse-Agentur, die seit langer Zeit Dienstleister des AA war, ein vergaberechtliches Nachprüfungsverfahren einleiten. Ausschlaggebend für die Neuvergabe war offenbar das "finanziell deutlich günstigere Angebot", wie dapd selber in der Mitteilung schreibt.
Dies nimmt die dpa nun als Grundlage für ihre mögliche Beschwerde, heißt es beim Tagesspiegel. Welche Kriterien für das AA tatsächlich am wichtigsten waren, gab das Ministerium nicht bekannt. Allerdings konnten an der Ausschreibung auch PR-Agenturen teilnehmen, was bei der journalistischen Nachrichtenauswahl auf den ersten Blick wenig sinnvoll erscheint. Dapd-Geschäftsführer Cord Dreyer sagte hingegen, es habe „erstmals ein faires Vergabeverfahren stattgefunden und dabei hat dapd in Leistung, Qualität und Preis überzeugt“.
Der dpa droht mit dem Verlust des Vertrags eine Umsatzeinbuße von mehr als drei Millionen Euro im Jahr, die bisher die dpa-Dienste in Englisch, Spanisch und Arabisch stützten. Es geht bei dem Auftrag um die News-Belieferung des Auswärtigen Amts mit seinen rund 230 deutsche Botschaften im Ausland.
Bis zum 23. Januar bleibt der dpa noch Zeit, um beim Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Entscheidung des Auswärtigen Amtes vorzugehen.

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