Kosack: das Anti-RTL-Rezept von Sat.1

Fernsehen Sat.1-Geschäftsführer Joachim Kosack hat im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erläutert, wie er Marktführer RTL zu Leibe rücken will, wie das Programmprofil von Sat.1 geschärft werden soll und welche neuen Formate er plant. Mehrere neue deutsche Serien sind in der Mache, es gibt womöglich “ran Motorsport” und eine neue Magazinsendung. RTL verglich er mit Bayern München. Sat.1 soll gegen die kölschen Bayern punkten, indem “komplementär” programmiert wird.

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Will heißen: Sat.1 setzt auf programmliche Alternativen zu RTL. Kosack in der SZ: “Wir haben es donnerstags mit deutschen Serien gegen ‘Alarm für Cobra 11’ versucht, das ist voll in die Hose gegangen. Am Montag funktionieren unsere deutschen Serien hervorragend. Warum? Weil wir zu RTL, die montags zwar auch stark sind mit ‘Wer wird Millionär’ und dem Restauranttester Rach, eine Alternative sind. Und von heute an gibt es donnerstags Reality-Formate wie ‘Bitte melde dich!’ mit Julia Leischik. So sind wir eine Alternative zur RTL-Fiktion mit ‘Alarm für Cobra 11’”.

2012 setzt Sat.1-Chef Kosack zudem stark auf deutsche Serien. Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst soll deutsche Fiktion im Programm prominent vertreten sein. In Arbeit ist eine neue Ärzteserie mit dem Arbeitstitel “Die Docs” – es geht um eine junge Ärztin, die zusammen mit einem Schönheitschirurgen eine Praxis betreibt. Außerdem in der Mache: Eine Krimiserie im “Starsky & Hutch”-Stil, “Family Undercover”, bei der es um eine Familie in einem Zeugenschutzprogramm geht sowie eine Serie, bei der zwei Frauen ein Wellnesshotel führen. Der Clou hierbei: Die eine ist böse und dünn und die andere nett und dick und beide tauschen ihre Körper.

Beim Sport muss Kosack Ersatz für die scheidende Champions League suchen. Die Sportmarke “ran” soll mit Boxen und Super Bowl weitergeführt werden. Auch “ran Motorsport” sei vorstellbar, so Kosack. Für die ausgelaufene “Kerner”-Show wünscht sich Kosack ein neues Magazin-Format. Derzeit werde entwickelt und getestet. Auch für Johannes B. Kerner würden neue Formate gesucht – ein klares Bekenntnis zu dem bei Sat.1 eher glücklosen Kerner kam aber nicht.

Die größte Freude bereitet dem Sat.1-Chef derzeit natürlich der Erfolg der Castingshow “The Voice of Germany”. Kosack: “Wenn Dieter Bohlen am Samstagabend unter den Tisch kriecht und damit eine Auseinandersetzung über ‘The Voice’ führt, dann zeigt das, ‘The Voice’ hat ihn getroffen.” Er verwies in dem Interview, dass Sat.1 mit “The Voice” freitagabends derzeit bei den Marktanteilen zehn Prozent vor RTL liegt. Sein Fazit: Man kann auch gegen Bayern München gewinnen.

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