Wulff soll Döpfner mit „Krieg“ gedroht haben

Publishing Die Affäre um Anfrufe des Bundespräsidenten im Springer-Haus will nicht abreißen: Nachdem Bild-Chefredakteur Kai Diekmann und Christian Wulff öffentlichkeitswirksam über die Veröffentlichung vom Anruf des Staatsoberhauptes bei der Bild-Chefredaktion diskutierten, berichtet nun der Spiegel, dass Wulff auch Springer-Chef Mathias Döpfer gedroht haben soll. Zuvor war lediglich publik geworden, dass der Politiker Kontakt zum Verlagschef aufgenommen hatte.

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Das Kuriose: Offenbar erreichte Wulff, wie schon bei Diekmann, nicht Döpfner selbst, sondern sprach ihm auf die Mailbox. Nach Informationen des Spiegel habe Döpfner nach einem Rückruf einen Bundespräsidenten erlebt, der im Falle einer Veröffentlichung mit "Krieg" zwischen dem Bundespräsidialamt und der Axel Springer AG bis zum Ende seiner Amtszeit gedroht hätte.

Der Verlag bestätigt dies, kommentiert den Sachverhalt aber ebenso wenig wie das Bundespräsidialamt. Wie der Spiegel vorab berichtet, soll Wulff von "ungerechtfertigter Skandalisierung" gesprochen haben.

Außerdem kommen neue Details aus dem Anruf des Politikers auf der Mailbox von Diekmann ans Tageslicht. Noch am Donnerstag hatte die Bild in einem offenen Brief darum gebeten, Wulffs Anruf im Wortlaut zu bringen. Dieser Bitte hatte das Bundespräsidialamt, ebenfalls in einem öffentlichen Schreiben, widersprochen. So hätte er die Frage gestellt, warum man nicht warten könne, "wenn das Staatsoberhaupt im Ausland ist, zu warten, bis ich Dienstagabend wiederkomme, also morgen, und Mittwoch eine Besprechung zu machen, wo ich mit Herrn … den Redakteuren rede, wenn Sie möchten, die Dinge erörtere, und dann können wir entscheiden, wie wir die Dinge sehen." Interessant ist auch hier der Nachsatz, der Wulffs Aussage im TV-Interview mit ARD und ZDF fundamental widerspricht: "Und dann können wir entscheiden, wie wir den Krieg führen."

Im Interview mit den Öffentlich-Rechtlichen hatte Wulff den Anruf bei der Bild-Zeitung zwar als schweren Fehler bezeichnet, sich aber von den Behauptungen distanziert, er hätte versucht, die Berichterstattung zu verhindern.

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